Welt 05.06.2026
09:08 Uhr

„Die AfD-Führung ist eine US-Marionette“ – BSW-Chef warnt vor Einflussnahme der Trump-Regierung


Das Magazin „Foreign Policy“ berichtet über Pläne der Trump-Regierung, mit Fördergeldern Einfluss auf die europäische Politik zu nehmen. BSW-Chef Fabio De Masi wirft der AfD vor, von US-Einflussversuchen zu profitieren.

„Die AfD-Führung ist eine US-Marionette“ – BSW-Chef warnt vor Einflussnahme der Trump-Regierung

BSW-Chef Fabio De Masi hat die AfD mit Blick auf mögliche US-Einflussversuche auf europäische Wahlen scharf angegriffen. In einem Beitrag auf X schrieb De Masi, laut dem Magazin „Foreign Policy“ plane das US-Außenministerium einen „Regime Change“ in Europa, das Trump-nahe Umfeld solle finanziert werden. „Die Führung der AfD ist wie weite Teile des deutschen Establishments eine US-Marionette“, schrieb De Masi. „Es wird spannend zu sehen, welche Influencer bald in Geld schwimmen!“ Hintergrund ist ein Bericht von „ Foreign Policy (verlinkt auf https://foreignpolicy.com/2026/06/01/state-department-europe-trump-far-right-populist-hungary-orban/) “, wonach das US-Außenministerium demnächst Fördergelder aus einem Demokratiefonds vergeben will, die zum Teil auf Europa zielen und nach Angaben des Magazins darauf ausgerichtet sind, innenpolitische Entwicklungen auf dem Kontinent mitzuprägen. In dem Bericht wird auch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September als „Schlüsselwahl“ genannt. Zugleich heißt es, das Ministerium plane keine direkte Finanzierung politischer Parteien; möglich seien aber indirekte Hilfen etwa über Denkfabriken oder Organisationen, die mit Parteien wie der AfD arbeiten. De Masi verschärfte seine Kritik in einer Stellungnahme gegenüber der „ Berliner Zeitung (verlinkt auf https://www.berliner-zeitung.de/article/bsw-chef-fabio-de-masi-warnt-vor-us-einfluss-auf-wahl-in-sachsen-anhalt-10062643) “ noch einmal. In Deutschland werde gern über russische Einflussnahme diskutiert, sagte er, tatsächlich gebe es aber „seit Jahrzehnten US- und EU-Einflussnahme auf Wahlen“. Unter Donald Trump paare sich dies nun mit der „dystopischen Macht von Tech-Milliardären“. Dass ausgerechnet Sachsen-Anhalt als Schlüsselwahl gelte, zeige, dass auch das Umfeld der AfD „mit Geld überschwemmt werden wird“. Zugleich griff De Masi die Partei auch inhaltlich an. Die AfD befürworte eine Hochrüstung, die vor allem der US-Rüstungsindustrie nutze und zugleich der deutschen Industrie schade. Außerdem wolle sie die deutsche Sicherheitsinfrastruktur „US-Datenkraken wie Palantir“ ausliefern und lehne eine stärkere Besteuerung von US-Technologiekonzernen und Milliardären ab, sagte De Masi der Zeitung. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Fetsch widersprach De Masi auf X. „Ich hab’ Sie mal wirklich für einen klugen aufrichtigen Kopf gehalten“, schrieb er. „Was Sie schon länger mit Blick auf die AfD so raushauen, ist leider intellektuell armselig und veranschaulicht Ihre Hilflosigkeit.“ Der „Foreign Policy“-Bericht verweist zudem darauf, dass der zuständige Beamte im US-Außenministerium, Samuel Samson, in der Vergangenheit Europa scharf kritisiert und auch Parlamentarier der AfD getroffen habe. Das Magazin nennt als Themen möglicher Förderprojekte unter anderem Migration, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit in Europa.