Der ukrainische Biathlet Maksym Muraschkowsky führt seine erste Paralympics-Medaille auch auf die Unterstützung durch künstliche Intelligenz (KI) zurück. Am Sonntag hatte der 25-Jährige im Einzelrennen der sehbehinderten Männer bei den Winterspielen in Milano Cortina Silber gewonnen.
»In den letzten sechs Monaten habe ich mit ChatGPT trainiert«, verriet Muraschkowsky Reportern. Die Software habe ihn nicht nur bei taktischen Fragen unterstützt. »Es war die Hälfte meines Trainingsplans, meiner Motivation und so weiter«, so der Para-Biathlet.
»Revolutionäre Technologie«
Demnach habe er ChatGPT sowohl als »Psychologen, Trainer und manchmal auch als Arzt eingesetzt«. Muraschkowsky bezeichnete die Technologie als »revolutionär«, sie könne aber nur einen Teil der Arbeit menschlicher Trainer ersetzen. An eine komplette Ablösung der Betreuer glaubt der Ukrainer in den nächsten »fünf bis zehn Jahren« hingegen nicht.
Der Biathlet verwies auf die zwei Seiten des KI-Einsatzes. Im Krieg in der Ukraine werde die Technik eingesetzt, um beispielsweise Ziele zu finden und Satellitenaufnahmen zu analysieren. »Aber es ist wie mit Chemie oder Biologie: Jemand kann es für etwas Gutes nutzen, jemand kann es für etwas Schlechtes nutzen«, sagte der Sportler. Der 25-Jährige verwende künstliche Intelligenz »zum Lernen, für Sprachen, für einige meiner Projekte, in Chemie, Biologie und Sport.«
Die Ukraine hat bei den diesjährigen Paralympics bisher zehn Medaillen gewonnen. Muraschkowsky wird am Dienstag erneut im Langlauf für Sehbehinderte antreten. In Tesero werden auch zwei der sechs Athleten aus Russland vor Ort sein, allerdings sind sie anders eingeschränkt, weshalb Muraschkowsky nicht gegen sie antritt.
