Überraschungs-Viertelfinalist Jan-Lennard Struff hat den erhofften Wimbledon-Coup gegen Vorjahressieger Jannik Sinner trotz der nächsten starken Leistung verpasst.
Seine unerwartete Erfolgsserie ging gegen den italienischen Weltranglistenersten nach drei Sätzen mit einer 5:7, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage zu Ende. Der 36-Jährige nervte den Favoriten zwar, für die Sensation und den erhofften Halbfinaleinzug reichte es aber nicht.
Abschied aus London: Struff stand erstmals im Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier
Foto: Kin Cheung / APStruff hatte gegen die Nummer eins zunächst Vorteile und war anfangs mit seinem aggressiven Stil der bessere Spieler. Von dem knapp verlorenen ersten Satz und einem Rückstand im zweiten Durchgang ließ sich der älteste Viertelfinal-Debütant eines Grand-Slam-Turniers nicht beeindrucken. Die Chance, den zweiten Satz sogar für sich zu entscheiden, konnte Struff aber nicht nutzen, Sinner wehrte den Satzball ab. Am Ende konnte der Sauerländer seinen Kontrahenten nicht mehr in Bedrängnis bringen. Nach 2:35 Stunden war das Match vorbei.
Sprung unter die 50 besten Spieler der Welt
Sinner bleibt damit weiter im Titelrennen. Im Halbfinale von Wimbledon bekommt es der 24-Jährige jetzt mit dem serbischen Rekord-Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic oder dem Kanadier Félix Auger-Aliassime zu tun.
Für Struff ist die Wimbledon-Teilnahme auch ohne den nächsten Schritt ein riesiger Erfolg. Dank seines starken Aufschlags (112 Asse im gesamten Turnier) zog der Außenseiter nicht nur erstmals in das Achtelfinale des Rasenturniers ein, sondern übertraf dies noch mit seinem ersten Viertelfinale bei einem der vier wichtigsten Tennisturniere. Dem Lauf an der Church Road war eine Saison vorausgegangen, in der er keine zwei Matches nacheinander gewonnen hatte.
Struff, der zwischenzeitlich wieder aus den Top 100 gefallen war, wird ab der kommenden Woche wieder zu den 50 besten Tennisspielern der Welt gehören. Seine bisherige Spitzenposition hatte er im Sommer 2023 erreicht (Platz 21).
Zverev so weit wie nie –
Auch Alexander Zverev erlebt in Wimbledon seine Viertelfinal-Premiere – allerdings gegen seinen Angstgegner Taylor Fritz. Die tags zuvor unterbrochene Achtelfinalpartie gegen den Tschechen Lehecka gewann der Hamburger trotz Problemen mit 6:4, 7:5, 3:6, 7:6 (8:6).
»Wer hätte gedacht, dass ich nur zwölf Jahre brauchen, um dahin zu kommen«, sagte Zverev im Siegerinterview selbstironisch über seinen langen Anlauf bis sein erstes Wimbledon-Viertelfinale. Schon am Mittwoch spielt der French-Open-Sieger um den Halbfinaleinzug. Gegen Fritz gewann Zverev allerdings zuletzt vor mehr als zwei Jahren, sieben Duelle in Folge gegen den US-Amerikaner gingen verloren.
