SpOn 30.07.2026
16:05 Uhr

Waldbrände: Feuer wüten weiter – auch in Deutschland


Frankreich und Spanien sind am schlimmsten von Feuerkatastrophen betroffen, auch auf Kreta kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. In den Chiemgauer Alpen brennt der Bergwald. Der Überblick.

Waldbrände: Feuer wüten weiter – auch in Deutschland

Während sich die Waldbrandlage an der französischen Atlantikküste sowie in der Region rund um Spaniens Hauptstadt Madrid entspannt, kämpfen Einsatzkräfte in anderen Teilen Südeuropas weiter gegen neue Feuer. Auch in Deutschland sind die Behörden alarmiert.

Frankreich

In Frankreich können weitere 84.000 Menschen an der Atlantikküste in ihre Häuser zurückkehren. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause. Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren. Auch in Südfrankreich und im Burgund kämpfen die französischen Einsatzkräfte weiter gegen Naturbrände.

Klimakrise

Lesen Sie mehr über die neuesten Entwicklungen, Hintergründe und spannenden Lösungsansätze in unserem Themenspezial.

Unter den Menschen, die wegen der Brände aus ihren Häusern mussten, sind nach Medienberichten auch Hollywoodstar George Clooney und seine Familie. Sie hätten das Anwesen in der südfranzösischen Gemeinde Brignoles verlassen, berichteten unter anderem die US-Magazine »People« und »Us Weekly«.

Spanien

Im Zuge der Entspannung bei den verheerenden Waldbränden rund um Madrid hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez den nationalen Notstand aufgehoben. Angesichts einer neuen Hitzewelle mit extremen Temperaturen rief er die Bevölkerung zugleich zu besonderer Vorsicht auf.

Die drei Brände in der Sierra Oeste im Westen der Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen Ávila und Toledo sind inzwischen weitgehend eingedämmt oder völlig unter Kontrolle und breiten sich nicht mehr aus. Die meisten Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen, von denen insgesamt rund 90.000 Menschen betroffen waren, sind dort aufgehoben.

Allein in Ávila wurden rund 50.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet, das entspricht in etwa der Größe des Bodensees. Dieser Waldbrand gilt als der größte Spaniens seit Beginn der amtlichen Erfassungen im Jahr 1968.

Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst (DWD)  meldete für Donnerstag und Freitag deutschlandweit erhebliche Waldbrandgefahr. Vor allem in südwestdeutschen Regionen herrscht wegen der anhaltenden Trockenheit ein hohes Risiko.

In den Chiemgauer Alpen brennt nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen der Bergwald, die Behörden haben nun den Katastrophenfall ausgerufen. »Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten«, sagte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) in Unterwössen bei einem Pressestatement nahe dem Brandort. Man brauche einen schnellen Zugriff und »schlagkräftige Hilfe« bei der Brandbekämpfung. Dabei hätten auch die Erfahrungen aus dem tagelangen Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai eine Rolle gespielt.

Aktuell seien keine Evakuierungen nötig, sagte Danzer am frühen Nachmittag. Die Vorbereitungen für einen solchen Fall liefen aber sicherheitshalber.

Bei einem Waldbrand westlich von Hainburg-Hainstadt in Südhessen sind nach Schätzung der Polizei rund 2,5 Hektar Wald zerstört worden. Das Feuer habe sich am Mittwochnachmittag zwischen der Alten Fasanerie Hanau und der Landesstraße 3416 ausgebreitet, teilte das Polizeipräsidium Südosthessen mit. Feuerwehr und Polizei waren demnach stundenlang im Großeinsatz.

Griechenland

Der Waldbrand im Süden der griechischen Insel Kreta wütet weiter. Starke Winde  mit Geschwindigkeiten von mehr als 125 Kilometern pro Stunde würden den Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern erschweren, teilte der griechische Wetterdienst (EMY) mit. Mit einer Abschwächung der Winde wird erst am Wochenende gerechnet. »Es stehen uns schwierige Tage bevor«, sagte der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis im Fernsehsender ERT.

Mehr zum Thema

Auf Kreta kamen bislang zwei Feuerwehrleute ums Leben, ein weiterer starb auf der Halbinsel Peloponnes. Aus der Region des beliebten Ferienortes Agia Galini an der Südküste Kretas wurden mehr als 8000 Menschen in Sicherheit gebracht. Am Donnerstag konnten Urlauber nach Angaben von Reportern vor Ort zurückkehren.

Türkei

Auch in der Türkei kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit, Brände in den Provinzen Antalya, Muğla und Balıkesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumaklı dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Muğla hinzugekommen.

esk/dpa