SpOn 21.07.2026
17:28 Uhr

WHO: Eine Milliarde neue Fahrzeuge, aber weniger Verkehrstote weltweit


Weltweit nimmt die Zahl der Fahrzeuge zu, die Zahl der Verkehrstoten ist allerdings spürbar gesunken. Das zeigen neue Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Gefährlich ist es auf der Straße vor allem für Menschen ohne Auto.

WHO: Eine Milliarde neue Fahrzeuge, aber weniger Verkehrstote weltweit

Rund 1,16 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Zwischen 20 und 50 Millionen Menschen wurden teils schwer verletzt. Das berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahl der Todesopfer sei seit 2011 allerdings auch um 21 Prozent zurückgegangen, obwohl in diesem Zeitraum mehr als eine Milliarde Fahrzeuge neu auf die Straßen gekommen seien, wie es weiter heißt.

Lieferdienste sorgen weltweit für mehr Unfälle mit Motorrädern

Das sei auf Sicherheits- und Schutzvorschriften zurückzuführen, darunter Tempolimits. Verkehrsunfälle sind dennoch weiterhin die häufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen von fünf bis 29 Jahren.

Mit dem Boom von Lieferdiensten hat sich die Zahl der Motorräder weltweit von 2011 bis 2025 mehr als verdreifacht. Sie machen in der Statistik der Straßenunfälle mit Opfern inzwischen fast ein Drittel aus. 2011 waren es erst 23 Prozent gewesen, so die WHO.

Da in einigen Ländern vollständige Daten fehlen, haben die Autorinnen und Autoren des Berichts Schätzungen auf Grundlage verfügbarer Daten vorgenommen. Die Forscher der Universität Washington stellten so fest, dass die Unfallraten im Straßenverkehr in Ländern mit hohem Einkommen höher sind, 90 Prozent der Verkehrstoten jedoch in Ländern mit niedrigem Einkommen zu finden sind.

In vielen einkommensschwachen Ländern hätten die Sicherheitsmaßnahmen mit dem rasanten Städtewachstum und der zunehmenden Nutzung motorisierter Fahrzeuge nicht Schritt halten können. So sei die Gurtpflicht immer noch ein Phänomen wohlhabender Länder, ebenso die Verbreitung von Airbags.

Die meisten Verkehrstoten sind zu Fuß oder mit dem Zweirad unterwegs

Besonders gefährdet sind Menschen, die nicht im Auto sitzen: Mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten sind Fußgänger, Radfahrer oder Motorradfahrer. Der Helm kann bei Motorradfahrern das Risiko eines tödlichen Unfalls um mehr als das Sechsfache verringern.

»Wir wissen, was funktioniert – strenge Gesetze und deren konsequente Durchsetzung, eine sichere Infrastruktur und sichere Fahrzeuge, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Senkung der Geschwindigkeit und der Bekämpfung des Fahrens unter Alkoholeinfluss liegt«, sagte der zuständige WHO-Direktor Etienne Krug.

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Die Uno-Mitgliedsländer haben sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen im Straßenverkehr von 2021 bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren.

jpe/dpa/AP