SpOn 30.05.2026
12:21 Uhr

Unwetter in NRW und Niedersachsen: Geflutete Keller, defekte Oberleitungen


Schwere Gewitter forderten am Freitagabend Polizei und Feuerwehr: Keller liefen voll, Bäume stürzten um, Ruderer mussten gerettet und Kinder aus dem Zeltlager evakuiert werden. Der Bahnverkehr stockt weiterhin.

Unwetter in NRW und Niedersachsen: Geflutete Keller, defekte Oberleitungen

Eine Unwetterfront mit Gewittern und kräftigem Regen ist am Freitagabend über Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gezogen. Straßen wurden überflutet, Bäume stürzten um, Keller liefen voll, Fernzüge mussten in Bahnhöfen warten und Ruderer aus einem Fluss gerettet werden. Vielerorts war die Feuerwehr am Freitagabend im Dauereinsatz.

Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel gewarnt und eine amtliche Unwetterwarnung (Stufe 3 von 4) für Gebiete im Südwesten Niedersachsens und im Norden Nordrhein-Westfalens herausgegeben. Noch immer ist der Bahnverkehr eingeschränkt.

Ruderer halten sich an Baum fest

In Münster mussten zwei Ruderer aus der Werse gerettet werden. »Sie waren von dem Unwetter überrascht worden und hielten sich in Ufernähe an einem Baum fest«, teilte die Feuerwehr mit. Ein Open-Air-Konzert musste nach Angaben des WDR nahe der Halle Münsterland abgebrochen werden.

Autofahrer von Dach gerettet

Bei dem Versuch, eine überflutete Straße in Witten zu durchfahren, blieb ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug im Wasser stecken. Er kletterte auf das Fahrzeugdach und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Er blieb unverletzt, teilten die Einsatzkräfte mit.

Klimaaktivisten in Turnhalle gebracht

Auch über einem Klimacamp in Dortmund zog ein schweres Gewitter auf. Zum Schutz der Teilnehmenden stellten die Feuerwehr und die Stadt Hamm nach Angaben der Dortmunder Polizei einen Bustransfer zu einer Turnhalle für die Aktivisten zur Verfügung.

Sportfreunde Stiller mussten abbrechen

Zahlreiche Einsätze verzeichnete die Polizei nach dem Unwetter auch in Niedersachsen und Bremen. Vor allem rückten die Beamten und Feuerwehrleute am Freitagabend wegen umgestürzter Bäume und umherfliegender Baustellenabsperrungen aus. Ein Konzert der Band »Sportfreunde Stiller« im Lokpark in Braunschweig wurde abgebrochen.

In Berne (Landkreis Wesermarsch) kam es, vermutlich aufgrund eines Blitzeinschlags, zu einem Dachstuhlbrand in einem Einfamilienhaus. Verletzt wurde dabei niemand.

Mehr als hundert Einsätze in Osnabrück

100 Einsätze zählte allein die Polizei in Osnabrück – vor allem wegen Bäumen, die auf Straßen gestürzt seien. In Garrel im Kreis Cloppenburg musste zudem ein Zeltlager evakuiert werden. Die 36 Kinder seien von ihren Eltern abgeholt worden.

Baum stürzt auf Oberleitung

Durch die Unwetterfront wurde der Regionalverkehr stark eingeschränkt. Wegen eines umgestürzten Baums in der Oberleitung war unter anderem ein Abschnitt der RE-11-Strecke zwischen Altenbeken und Willebadessen gesperrt. Zahlreiche Züge blieben in Bahnhöfen stehen, um Streckensperrungen abzuwarten, oder wurden umgeleitet.

Das Infoportal zuginfo.nrw nannte allein für NRW 13 Regionalexpress-, 14 Regionalbahn- und 4 S-Bahn-Linien, auf denen es noch bis zum Samstagmittag zu Beeinträchtigungen und Sperrungen kommen könne.

Ausfälle im Fernverkehr

Es seien noch Strecken blockiert und Oberleitungen zu reparieren, teilte die Deutsche Bahn mit. Es komme zu Ausfällen und Verspätungen.

Im Fernverkehr fallen demnach Intercity-Züge der Strecke Köln–Dortmund–Hamm–(Westfalen)–Hannover und Leipzig zwischen Dortmund und Leipzig aus. IC-Züge zwischen Nordfriesland und Ruhrgebiet verspäteten sich zwischen Münster und Köln. Einige Halte sollen entfallen. Die Reparaturarbeiten werden wohl bis in die Nacht zum Sonntag andauern.

Die Bahn rief die Reisenden dazu auf, sich vor Reiseantritt über die gewählte Verbindung zu informieren – über die Internetseite bahn.de, die App DB Navigator oder bei der telefonischen Reiseauskunft unter der Rufnummer 030/2970.

cbn/dpa