Wenn ein iranischer Präsident vor allen Staats- und Regierungschef reden darf, dann ist Uno-Generalversammlung.
Masoud Pezeshkian, Präsident Iran:
»Er (US-Präsident Donald Trump) sollte wissen, dass Drohungen gegen unser Volk dieses nur noch geeinter und stärker machen und den Widerstand der Iraner stärken werden. Das iranische Volk wird sich der Gewalt nicht beugen.«
Denn einmal im Jahr kommen alle 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen nach New York, diskutieren und stimmen über viele mehr oder weniger weitreichende Themen ab. Gerade für kleine Nationen ist diese Bühne wichtig, denn jedes Land hat hier eine Stimme. Und das seit 81 Jahren. Aber auch fragwürdige Machthaber bekommen hier Zeit, sich zu äußern.
1960:
Fidel Castro nutzte seine – eigentlich 15 Minuten – Redezeit, um ganze viereinhalb Stunden zu reden. Da wird dann wohl nicht nur aus Protest der Saal verlassen.
2009:
Auch der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi bemerkte irgendwann Auswirkungen seiner mehr als 90-minütigen Rede.
Muammar al-Gaddafi, Diktator Libyen:
»Ihr schlaft alle! Ihr seid alle müde! Das kann man sehen. Warum? Warum seid ihr müde?«
2006:
Bei der 61. Sitzung der Vollversammlung beschimpfte Hugo Chavez vor aller Welt George W. Bush:
Hugo Chavez, Präsident Venezuela:
»Der Präsident der Vereinigten Staaten – den ich den Teufel nenne – kam hierher und redete als gehöre ihm die Welt.«
2011 ergriff der damalige iranische Präsident das Wort, um seinen Israelhass auf der Weltbühne rauszulassen:
Mahmoud Ahmadinejad, damals Präsident Iran:
»Wenn einige europäische Länder den Holocaust auch nach sechs Jahrzehnten noch als Vorwand nutzen, um Strafen oder Lösegeld an die Zionisten zu zahlen …«
Die Reaktion darauf blieb nicht aus.
2017:
Es geht bei den Uno-Reden nicht selten um Macht und um Selbstdarstellung auf dem diplomatischen Parkett.
Bei seiner ersten Rede vor der Generalversammlung war Donald Trump noch ganz auf dem Kurs, den Nordkorea-Konflikt auf seine ganz eigene, nonchalante Art zu »lösen«.
Donald Trump, US-Präsident:
»Wir werden keine andere Wahl haben, als Nordkorea vollständig zu zerstören. Der ›Rocket Man‹ befindet sich auf einer Selbstmordmission – für sich selbst und für sein Regime. Die Vereinigten Staaten sind bereit, willens und in der Lage dazu, aber hoffentlich wird dies nicht notwendig sein.«
2026:
Dieses Jahr drohte er übrigens Iran mit der Auslöschung.