SpOn 16.03.2026
16:54 Uhr

Ukraine-Krieg: Kenianer sollen nicht mehr für Russland kämpfen


Russland setzt Berichten zufolge Hunderte Kenianer in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Viele wurden mit falschen Versprechen angelockt. Kenias Außenminister hat nun Sergej Lawrow damit konfrontiert.

Ukraine-Krieg: Kenianer sollen nicht mehr für Russland kämpfen

Russland hat nach Aussage des kenianischen Außenministers Musalia Mudavadi zugestimmt, keine Kenianer mehr für den Kampf in der Ukraine zu rekrutieren. »Wir haben nun vereinbart, dass Kenianer nicht angeworben werden sollen«, sagte Mudavadi nach Gesprächen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau.

Bereits vor seiner Reise sprach Mudavadi von »Kenianern, die freiwillig oder unfreiwillig in das russische Militär eingereiht wurden«. Er hatte zudem angekündigt, dass seine Regierung verstärkt gegen irreführende Anwerbung und falsche Jobversprechen vorgehen werde.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestätigte, dass Mudavadi bei seinem Besuch in Moskau Besorgnis wegen der Anwerbung von Kenianern für den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geäußert habe. Dies meldete die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass.

Lawrow wiegelte aber ab. »Alle Bürger Kenias wie anderer Staaten nehmen an der militärischen Spezialoperation freiwillig teil, in voller Übereinstimmung mit den russischen Gesetzen«, sagte er. Diese sähen auch eine vorzeitige Auflösung der Verträge vor. Russland bezeichnet die Invasion in der Ukraine immer noch als Spezialoperation.

Mehr als tausend Kenianer nach Russland gelockt

Kyjiw hat nach eigenen Angaben Kriegsgefangene aus Kenia und anderen Staaten Afrikas gemacht, wobei keine genaue Zahl genannt wird. Nach Angaben, die kürzlich im Parlament in Nairobi vorgelegt wurden, sind bislang etwa tausend Kenianer mit Jobangeboten nach Russland gelockt worden. Viele fanden sich dann in der Armee wieder und wurden in den Ukrainekrieg geschickt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Kenia ist nicht das einzige Land, in dem offenbar Menschen für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine rekrutiert wurden. Auch Südafrikas Regierung hatte im November erklärt, »Notrufe« von Männern erhalten zu haben, die in der heftig umkämpften ostukrainischen Region Donbass gestrandet seien und darauf drängten, nach Hause geholt zu werden.

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naw/dpa/Reuters/AFP