Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine:
»Die Ukraine will Frieden. Die Frage ist, ob Russland das auch will.«
Ein erster Schritt dahin schien bereits gemacht. Zumindest, wenn es nach Donald Trump geht. Der verkündet am Sonntag überraschend, dass sich Russland und die Ukraine darauf geeinigt hätten, gegenseitige Angriffe auf die Energie-Infrastruktur sofort einzustellen. Beide Seiten hätten zugestimmt, schreibt Trump auf Truth Social.
Doch nur kurz nach der Ankündigung gingen die russischen Angriffe weiter, unter anderem attackiert die russische Armee nach Angaben aus Kyjiw ein Heizkraftwerk in der ukrainischen Großstadt Charkiw. Drei Menschen sterben, mehrere werden verletzt, so die Behörden.
Nataliia Minka, Augenzeugin:
»Kaum zehn Minuten waren vergangen, seit sie versprochen hatten, keine Energieanlagen anzugreifen, da gab es bereits fünf Einschläge. […] Mir fehlen die Worte. Wir hatten auf einen Waffenstillstand gehofft, aber dazu ist es nicht gekommen.«
Selenskyj widersprach Trump: V on einer bereits beschlossenen Waffenruhe wisse er nichts, so der ukrainische Präsident. Grundsätzlich sei die Ukraine aber bereit, ihre Angriffe auf russische Energieanlagen einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die ukrainische Energieversorgung verschont.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine:
»Allein in dieser Woche haben die Russen mehr als 200 Angriffe auf Anlagen zur Stromerzeugung und Stromversorgung in der Ukraine verübt.«
Das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj ist ohnehin angespannt. Erst am Wochenende hatte der US-Präsident die Ablösung Selenskyjs gefordert. Die Ukraine brauche einen neuen Präsidenten, der den Krieg beenden könne, so Trump.
Für die jetzt verkündete Waffenruhe gibt es allerdings auch aus Moskau bislang keine Bestätigung. Ob sie tatsächlich zustande kommt, bleibt offen.