Der 41‑jährige Mohommad Nazeer Paktyawal, eine frühere afghanische Ortskraft der US‑Streitkräfte, ist am Samstag in Texas gestorben. Er war einen Tag zuvor von der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) festgenommen worden.
Die genaue Todesursache steht noch nicht fest. Paktyawals Familie erklärte jedoch, er sei zuvor nicht krank gewesen.
Verheirateter Vater von sechs Kindern
»Wir können immer noch nicht verstehen, wie das passieren konnte. Er war erst 41 Jahre alt und ein starker und gesunder Mann. Seine Kinder fragen ständig, wann ihr Vater nach Hause kommt«, teilte die Familie in einer Erklärung mit. Paktyawal war verheiratet und Vater von sechs Kindern.
Paktyawal hatte zuvor an der Seite von US-Spezialeinheiten in Afghanistan gearbeitet und war nach dem Abzug der US-Truppen und der Machtübernahme der Taliban im August 2021 als Geflüchteter in die Vereinigten Staaten gekommen. Das teilte die Organisation #AfghanEvac mit, eine in San Diego ansässige Gruppe, die afghanische Ortskräfte unterstützt.
Die Einwanderungsbehörde ICE erklärte in einer Stellungnahme, Paktyawal sei am 16. September wegen Betrugs zulasten des staatlichen Lebensmittelhilfeprogramms SNAP festgenommen worden. Zudem sei er am 1. November wegen Diebstahls festgenommen worden.
ICE: »Sein Tod wird derzeit umfassend untersucht«
Nach Angaben der Einwanderungsbehörde ICE wurde Paktyawal am Freitag festgenommen. Vorerkrankungen habe er dabei nicht angegeben. Am Abend klagte er in einem ICE-Büro in Dallas über Atemnot und Brustschmerzen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Am Samstagmorgen bemerkten Mitarbeiter, dass seine Zunge angeschwollen war. Trotz mehrerer Wiederbelebungsversuche starb der 41-Jährige laut ICE um 9.10 Uhr. »Sein Tod wird derzeit umfassend untersucht«, erklärte die Behörde.
Nach Angaben der Behörde gab es vom Beginn des Haushaltsjahres der US-Regierung am 1. Oktober bis zum 6. Januar 14 Todesfälle in Gewahrsam. Damit könnte der bisherige Jahreswert von 24 Fällen übertroffen werden. Die Zahl der Todesfälle in Gewahrsam der Einwanderungsbehörde ICE ist während der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump deutlich gestiegen.
- Bei ICE-Einsatz getötete Frau in Minneapolis: Sie lächelt, sagt »Kein Problem, Mann«, kurz darauf drückt er ab Aus Minneapolis berichtet Frank Hornig
- Gestricktes Protestsymbol: Zipfelmützen gegen Trump Von Philipp Löwe
- ICE-Einsätze in Minnesota: Eltern stehen vor den Schulen Wache, um ihre Kinder vor Trumps Maskenmännern zu beschützen Aus Minneapolis berichtet Frank Hornig
Gleichzeitig hat ICE die Zahl der Inhaftierten in seinen Einrichtungen von etwa 40.000 zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit auf mehr als 70.000 erhöht. Die Behörde plant, 38,3 Milliarden Dollar auszugeben, um die Kapazität bis Ende November auf 92.600 Haftplätze auszubauen – unter anderem durch umgebaute Lagerhallen.
