Die Olympiadritte Isabel Gose hat sich bei der Rückkehr nach Paris zur Europameisterin gekrönt. Die Staffel-Weltmeisterin schlug im Finale des Knockout-Sprints im Freiwasser in der Seine nach 6:41,0 Minuten als Erste an und sicherte sich Gold vor der Ungarin Bettina Fabian (6:44,1) und der italienischen Vizeweltmeisterin Ginevra Taddeucci (6:44,8).
Beim Knockoutsprint werden schnell aufeinanderfolgende Rennen über 1500, 1000 und 500 Meter geschwommen. Nach jeder Runde scheiden Athletinnen aus. Gose siegte in ihrem Heat der ersten Runde und auch im Halbfinale. Für Gose ist es ihr erster Einzel-Titel im Freiwasser.
Vor dem Rennen hatte es erneut Probleme mit der Sauberkeit des Wassers der Seine gegeben. Das Training am Vortag war ausgefallen, nachdem der europäische Verband European Aquatics mitgeteilt hatte, dass man Spuren von Kohlenwasserstoffen festgestellt hat, die unter anderem Bestandteil von Erdöl sind.
Kohlenwasserstoffe gelangen vorwiegend durch Industrieabfälle und die Schifffahrt ins Wasser und bilden einen Film auf der Oberfläche. Bei den jüngsten Messungen wurden jedoch keine Grenzwerte überschritten. Nach einer zusätzlichen Sichtkontrolle am heutigen Morgen gab es grünes Licht für die Rennen.
(Unangenehme) Erinnerungen an Olympia
Bei den Olympischen Spielen hatte die Wasserqualität im Fluss der französischen Hauptstadt für viel Wirbel gesorgt. Damals waren nach den Rennen mehrere Athletinnen und Athleten erkrankt. Unter anderem die deutsche Starterin Leonie Beck hatte über Erbrechen geklagt.
Bei der EM finden die Wettbewerbe in einem anderen Abschnitt der Seine statt.
Um 9 Uhr sind die Frauen in ihre Knockout-Sprints gestartet, ab 11.15 Uhr sind die Männer dran (ZDF-Livestream).
Trotz aller Warnungen hatte Paris bei Olympia 2024 an den Plänen für einen Triathlon-Schwimmwettbewerb in der Seine festgehalten. Doch das symbolträchtige Projekt entpuppte sich als Farce. Den SPIEGEL-Kommentar lesen Sie hier.
