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Am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind bei einer mutmaßlichen Gewalttat mehrere Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit. Auch am späteren Nachmittag waren schwer bewaffnete Polizeibeamte mit Hunden noch dabei, die Schule zu durchsuchen.
Die exakte Zahl der Verletzten und die Schwere ihrer Verletzungen waren zunächst unklar. Auch zu den Hintergründen der Tat war zunächst nichts bekannt. Die Situation sei noch unübersichtlich, sagte eine Polizeisprecherin. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das Gebiet um das Gymnasium zu meiden.
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Schongau ist eine Kleinstadt mit mehr als 12.000 Einwohnern, sie liegt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern. Das Welfen-Gymnasium besuchten nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums im vergangenen Schuljahr 822 Schülerinnen und Schüler, unterrichtet wurden sie von rund 80 Lehrkräften.
Was ist über die Tat bekannt?
Am Mittwochmittag meldete die Polizei einen größeren Einsatz im Bereich des Welfen-Gymnasiums, mehrere Menschen seien verletzt worden. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigte ein Polizeisprecher zunächst eine »einstellige Zahl an Verletzten«; später war von zwei schwer verletzten Mädchen die Rede. Beide sind 13 Jahre alt.
Die beiden seien ins Krankenhaus gebracht worden. Lebensgefahr bestehe »nach aktuellem Stand« nicht. Ob die beiden Mädchen Schülerinnen des Gymnasiums sind, war zunächst unklar. Später wurde bestätigt, dass es sich um Schülerinnen der betroffenen Schule handeln soll.
Der Großeinsatz soll nach Medienberichten gegen 13.15 Uhr angelaufen sein. Beteiligt seien neben Polizeieinheiten und örtlichen Rettungsdiensten auch sechs Hubschrauber gewesen, bestätigte die ADAC-Luftrettung. Mindestens einer sei zur Versorgung von Verletzten genutzt worden.
Derzeit ist uns bekannt, dass mehrere Personen am Welfen-Gymnasium verletzt wurden.
— PolizeiOberbayernSüd (@polizeiOBS) July 8, 2026
Ein mutmaßlicher Täter wurde festgenommen.
Um wie viele Personen und die Schwere der Verletzungen es sich handelt, wird aktuell abgeklärt.
Bitte meiden Sie den Bereich weiterhin.#sog0807 pic.twitter.com/JWRdY7DIm6
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Die Polizei schätzte den Vorfall früh als mögliche Amoklage ein und behandelte den Vorfall laut einem Pressesprecher »zu den Konditionen eines Amokeinsatzes«. Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt die Polizei nun in alle Richtungen und schließt auch eine Beziehungstat als Motiv nicht aus.
Der Bereich um die Schule ist nach wie vor weiträumig abgesperrt; die Bevölkerung wurde aufgerufen, das Gebiet zu meiden. Am Feuerwehrhaus in Schongau wurde eine Anlaufstelle für Angehörige und Eltern von Schülerinnen und Schülern eingerichtet.
Was weiß man über den Tatverdächtigen?
Der mutmaßliche Täter ist nach Polizeiangaben männlich, 16 Jahre alt und hat die kroatische Staatsbürgerschaft. Er sei festgenommen worden. Weitere Informationen hat die Polizei bisher nicht bekannt gegeben. Hinweise auf weitere Tatbeteiligte liegen nicht vor, so die Polizei, man gehe von einem allein handelnden Täter aus.
Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) widersprach Gerüchten, dass es zwei Täter geben könnte. »Wir gehen von einem Täter aus, der mit einem Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war«, sagte er dem Bayerischen Rundfunk .
Die Polizei bestätigte, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Messer handeln soll. Zusätzlich habe der Täter eine Schusswaffe bei sich getragen, es sei aber unklar, ob es sich lediglich um eine Schreckschusswaffe gehandelt habe.
Schwer bewaffnete Einsatzkräfte in Schongau
Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpaWelche Fragen sind noch offen?
Die Hintergründe der Gewalttat am Welfen-Gymnasium sind derzeit noch unklar. Zum genauen Ablauf des Vorfalls liegen noch keine belastbaren Informationen vor. Auch zu einem möglichen Motiv des Festgenommenen ist noch nichts bekannt.
Einzelne Medien berichten von Stichverletzungen der Betroffenen – das hat die Polizei bisher ausdrücklich nicht bestätigt.
Wie reagiert die Politik?
Bayerns Innenminister Herrmann sprach gegenüber dem Bayerischen Rundfunk zunächst von einer Amoktat: »Ich bin entsetzt ob dieses schrecklichen Amoklaufs.« Jeder Raum des Gymnasiums werde gerade sorgfältig durchsucht.
Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ordnete den Vorfall in einer ersten Stellungnahme als Amoktat ein. »Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Verletzten der Amoktat von Schongau«, sagte Söder und betonte: »Solch eine schreckliche Tat reißt nicht nur sichtbare, sondern auch viele unsichtbare Wunden. Die Heilung der Seelen wird lange dauern.«
Söder fügte hinzu: »Wir stehen in diesen schweren Stunden alle zusammen. Die Schulfamilie und die Angehörigen brauchen jetzt Zeit, Kraft und Zuspruch, die Ereignisse zu verarbeiten.« Söder dankte »allen, die jetzt Hilfe leisten und füreinander da sind«. Er dankte der Polizei und allen Rettungsorganisationen für ein schnelles und entschlossenes Eingreifen. »Dieses Miteinander gerade in Notsituationen zeichnet unser Land aus.«
