Schafft die SPD in Mecklenburg-Vorpommern nun doch den Sprung auf Platz eins? Drei Tage vor der Landtagswahl sind die Sozialdemokraten laut einer ZDF-Umfrage an der lange führenden AfD vorbeigezogen. Die Partei von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt nach den von der Forschungsgruppe Wahlen erhobenen Zahlen auf 37 Prozent, 3 Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche. Die AfD mit Herausforderer Leif-Erik Holm büßt einen Punkt auf 36 Prozent ein.
Die CDU kommt laut dem am Abend veröffentlichten »Politbarometer Extra« hingegen der Fünfprozenthürde bedrohlich nah. Die Christdemokraten liegen demnach nur noch bei 6 Prozent. Die mit der SPD regierende Linke erreicht 9 Prozent. Die Grünen müssen mit unverändert 5 Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Das BSW würde diesen laut Umfragen mit 4 Prozent verpassen.
Ganz offensichtlich profitiert die SPD besonders von der Beliebtheit ihrer Ministerpräsidentin. Könnten die Menschen den Regierungschef oder die Regierungschefin direkt wählen, läge Amtsinhaberin Schwesig unangefochten mit 61 Prozent vorn. Ihren Herausforderer Holm bevorzugen 30 Prozent.
Die Forschungsgruppe Wahlen hatte im Auftrag des ZDF vom 14. bis 17. September 1395 Wahlberechtigte befragt. Sie gibt die Fehlertoleranz bei einem Anteilswert von 40 Prozent mit drei Prozentpunkten an, bei einem Anteilswert von zehn Prozent sind es zwei Punkte. Die Umfrage ist den Angaben zufolge repräsentativ. Wahlumfragen sind allerdings immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungen die Gewichtung der erhobenen Daten.
Linke in Berlin vor der CDU
Auch bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin am Sonntag wird mit einem engen Rennen gerechnet. Laut neuen Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen führt in der Hauptstadt die Linkspartei knapp vor der regierenden CDU. Die von Spitzenkandidatin Elif Eralp angeführten Genossen kommen demnach auf 22 Prozent, die Christdemokraten von Spitzenkandidat Stefan Evers liegen bei 20 Prozent. Es folgen die AfD mit 18 Prozent, die Grünen mit 15 Prozent und die SPD mit 12 Prozent. Das BSW steht nun bei 4 Prozent.
Die beiden Wahlen werden auch auf Bundesebene mit großer Spannung erwartet. Erlebt die CDU ein Debakel, wie es sich zumindest in Mecklenburg-Vorpommern anbahnt, dürften auch die Debatten über eine Ablösung von Bundeskanzler Friedrich Merz abermals Fahrt aufnehmen.
