Das Landgericht Innsbruck hat den österreichischen Investor René Benko zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 49-Jährige seine Gläubiger geschädigt hat.
Benko war im Oktober 2025 in der Sache zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. In einem Teilaspekt wurde er freigesprochen. Diese Entscheidung hob der Oberste Gerichtshof (OGH) aber wieder auf. Nun kam es zu einer erneuten Verhandlung – und einem Schuldspruch.
Es geht um den Vorwurf, dass Benko 360.000 Euro an Mietkostenvorauszahlung für einen weiteren Wohnsitz geleistet hat, obwohl er kurz vor der Insolvenz stand. Aus Sicht der Staatsanwälte der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) habe er die Gläubiger um ihr Geld gebracht, weil er im Herbst 2023 ein Familienhaus anmietete. Obwohl das Haus zunächst wegen eines Hangrutsches nicht bewohnbar gewesen sei, habe Benko für vier Jahre im Voraus die Miete und Betriebskosten bezahlt.
Benko bekannte sich laut Nachrichtenagentur APA nicht schuldig. Er sei zum fraglichen Zeitpunkt überzeugt gewesen, dass die Sanierung seiner Signa-Gruppe gelingen werde. Das Haus habe er auf Bitte seiner Frau angemietet – zusätzlich zur Villa in Igls. Man habe den Kindern demnach ein »normales Leben« und einen normalen Schulalltag ohne Personal ermöglichen wollen.
Seit Januar 2025 sitzt Benko, der alle Vorwürfe bestreitet, in Untersuchungshaft. Er hatte mit seinem Immobilien- und Handelsimperium Signa ein Milliardenvermögen aufgebaut. Steigende Zinsen und Baukosten sowie risikoreiche Zukäufe der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben die Signa in die Insolvenz.
Frühere Investoren fordern insgesamt etwa 28 Milliarden Euro von insolventen Signa-Firmen und Benko selbst. Gegen Benko und andere Signa-Manager wird in mehreren Verfahren ermittelt.
