SpOn 07.09.2026
12:08 Uhr

Russland und Nordkorea eröffnen erste gemeinsame Straßenbrücke


Die Allianz zwischen Moskau und Pjöngjang hat ein neues Bindeglied. Offiziell soll die erste Straßenbrücke zwischen den Ländern Tourismus und Handel ankurbeln. Es dürfte allerdings auch um militärische Unterstützung gehen.

Russland und Nordkorea eröffnen erste gemeinsame Straßenbrücke

Russland und das weitgehend abgeschottete Nordkorea haben die erste Straßenbrücke zwischen ​den beiden Staaten eröffnet. Das Bauwerk überspanne den Grenzfluss Tumen und ‌sei ein Meilenstein für die bilaterale Partnerschaft, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Die Brücke solle die Beziehungen vertiefen und den Handel ankurbeln. Sie dürfte allerdings auch die russische Armee mit Gütern versorgen.

Bisher gab es zwischen den beiden Ländern nur eine Eisenbahnverbindung, bekannt als »Freundschaftsbrücke«. Über die neue Brücke können nun Lkw fahren. Sie können der vom Westen genutzten Satellitenüberwachung einfacher entgehen, etwa, weil die Straßennetze zu weitverzweigt sind, als dass Be- und Entladungen sicher aufzuspüren wären.

Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin erklärte bei der Eröffnungszeremonie ​per Videoschalte, er sei überzeugt, dass der Ausbau der grenzüberschreitenden Verkehrsinfrastruktur der Zusammenarbeit ⁠in ⁠Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Kultur neuen Schub verleihen werde. Die Brücke solle zudem den Tourismus stärken und neue Arbeitsplätze schaffen.

Die ‌neue Brücke steht nahe der »Freundschaftsbrücke«. Die beiden Nachbarstaaten hatten den Bau der Straßenbrücke 2024 während eines Nordkoreabesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin beschlossen. Die Arbeiten begannen im Frühjahr 2025. Sie ist offenbar nach dem russischen Offizier Jakow Nowitschenko benannt, der Kim Jong Uns Großvater Kim Il Sung 1946 vor einem Attentatsversuch rettete.

Nordkoreanische Fahrzeuge überqueren die neue Brücke in Richtung Russland

Nordkoreanische Fahrzeuge überqueren die neue Brücke in Richtung Russland

Foto: Yuri Smityuk / TASS / ddp

Seit dem russischen Einmarsch in die ‌Ukraine arbeiten Russland und das ​international weitgehend isolierte ‌Nordkorea enger zusammen. Nordkorea unterstützt das russische Militär ‌mit Truppen ​und liefert Rüstungsgüter. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sollen bis zu 50.000 nordkoreanische Soldaten ​auf russischem ⁠Territorium stationiert werden.

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naw/AFP