Rauch über Moskau – am letzten Tag der russischen Parlamentswahl.
Die Ukraine hat am Sonntag nach eigenen Angaben Einrichtungen der russischen Ölindustrie und Logistik in der russischen Hauptstadt angegriffen.
Russland spricht vom bislang größten Drohnenangriff auf Moskau. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden über Nacht mehr als 1900 Drohnen sowie weitere Flugkörper abgefangen. Die Ukraine machte zur Zahl der eingesetzten Drohnen und Geschosse keine Angaben.
Im Moskauer Umland kamen laut russischen Behörden mindestens zwei Menschen ums Leben, mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt.
Für den Moskauer Bürgermeister ist der Zeitpunkt kein Zufall:
Sergej Sobjanin, Bürgermeister von Moskau:
»Der Gegner, das Kyjiwer Regime, unternahm alles, um die Wahlen zu stören und die politische Landschaft des Landes zu verändern. Dies galt insbesondere für Moskau.«
Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte auf X den Angriff und erklärte, Moskau müsse seinen brutalen Krieg beenden und sich für den Frieden entscheiden. »Was es braucht, ist politischer Wille«, so Selenskyj. Kommende Woche will er am Rande der Uno-Generalversammlung in New York US-Präsident Donald Trump treffen.
Währenddessen zeichnet sich bei der Parlementswahl in Russland ein wenig überraschendes Bild ab: Putins Partei »Einiges Russland« liegt mit rund 49,4 Prozent der Stimmen in den Nachwahlbefragungen klar vorn. Echte politische Opposition gibt es kaum: Alle anderen zugelassenen Parteien gelten als kremltreu und unterstützen den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Wahl gilt als weder frei noch fair.
Putin selbst hatte die Wahl zuvor ausdrücklich mit dem Krieg in Verbindung gebracht.
Wladimir Putin, Russischer Präsident:
»Ihre Wahl und Ihr Wille werden erneut zeigen, dass Millionen von Menschen hinter unseren Soldaten stehen, dass wir ein geeintes Volk sind, verbunden durch gemeinsame Werte, die historische Erinnerung und die Liebe zur Heimat, und dass es niemandem gelingen wird, uns zu spalten oder einzuschüchtern oder unsere Staatlichkeit und unsere gesellschaftspolitische Ordnung zu untergraben.«
Eine Wahl im Zeichen des Krieges – und ein Ergebnis, das die Machtverhältnisse in Moskau kaum verändern dürfte.