SpOn 17.09.2026
15:32 Uhr

RTL-Gruppe streicht rund 500 Stellen


Nach der Zusammenführung von RTL Deutschland und Sky kündigt das Kölner Medienunternehmen an, Hunderte Stellen einsparen zu wollen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen aber vermieden werden.

RTL-Gruppe streicht rund 500 Stellen

Bei RTL Deutschland und Sky sollen nach der Zusammenführung der Sender 500 Stellen wegfallen. Der überwiegende Teil solle laut RTL bereits im Jahr 2026 gestrichen werden. Zuvor hatte »Bild« berichtet .

Der Stellenabbau soll laut dem Sender sozialverträglich und in enger Abstimmung mit den zuständigen Betriebsräten erfolgen. Auslaufende Verträge sollen teilweise nicht verlängert und offene Stellen nicht nachbesetzt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen so vermieden werden. Wie sich die rund 500 Stellen auf RTL und Sky verteilen, teilte das Unternehmen nicht mit.

Die RTL-Gruppe hatte Sky Deutschland in diesem Jahr übernommen. RTL hofft so, seine Position im Streaming- und TV-Markt gegenüber großen internationalen Anbietern zu stärken. Besonders das Abogeschäft soll ausgebaut werden. So soll RTL unabhängiger vom TV-Werbemarkt werden. Zusammen investieren RTL und Sky rund 2,5 Milliarden Euro im Jahr in Inhalte. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe hatte im April angekündigt, diese Investitionen künftig über die verschiedenen Plattformen – RTL, RTL+ und Sky – auszuspielen.

RTL rechnet damit, in den kommenden drei Jahren finanzielle Vorteile von 250 Millionen Euro pro Jahr durch die Zusammenführung der Sender zu erzielen. »Der größte Teil davon entsteht durch die Optimierung der Inhalte- und Sachkosten«, teilte RTL mit. »Darüber hinaus werden Doppelstrukturen abgebaut, Verantwortlichkeiten gebündelt und effizientere und zukunftsorientierte Entscheidungsprozesse geschaffen.« Rabe hatte bereits vor dem Abschluss der Übernahme Auswirkungen auf die Beschäftigten angekündigt.

Mehr zum Thema

Bereits Ende 2025 hatte RTL Deutschland angekündigt, 600 Stellen zu streichen. Das Unternehmen begründete dies mit dem Wandel im Medienmarkt, der schwierigen konjunkturellen Lage und den schwachen TV-Werbemärkten. RTL Deutschland gehört zur internationalen RTL Group, die mehrheitlich zum Bertelsmann-Konzern gehört. Zu RTL Deutschland zählen unter anderem die Sender RTL, Vox und n-tv sowie der Streamingdienst RTL+. Zu Sky gehört neben Fernsehsendern auch der Streamingdienst Wow.

Transparenzhinweis: Bertelsmann ist indirekt mit 25,5 Prozent am SPIEGEL beteiligt.

jml/dpa