Paris befindet sich im Wandel: Die Stadt an der Seine wird seit Jahren zur Radfahrermetropole umgebaut, immer mehr Menschen lassen deswegen das Auto stehen. Nun sollen Hunderte weitere Kilometer Radwege angelegt und gefährliche Kreuzungen entschärft werden.
200 Millionen Euro an Investitionen sieht der neue »Plan Vélo« der »Hauptstadt des Fahrrads« bis 2032 vor, wie Paris sich längst rühmt. Es gehe darum, mit der wachsenden Fahrradnutzung Schritt zu halten und sichere, durchgängige Verbindungen zu schaffen, sagte Bürgermeister Emmanuel Grégoire nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa.
Schon jetzt verfügt Paris über 454 Kilometer Radwege, einschließlich der auf Straßen markierten Fahrstreifen für Räder ist das Netz rund 1600 Kilometer lang. Seit 2020 nahm die Fahrradnutzung um 47 Prozent zu. Jeder Zehnte fährt nach Angaben der Stadt inzwischen mit dem Fahrrad zur Arbeit, 2017 waren es noch 4,8 Prozent. Auf einer viel genutzten Straße im Zentrum etwa wurden binnen eines Jahres 6,1 Millionen Radfahrer gezählt.
420 Kreuzungen werden radsicher umgebaut
Dem Plan zufolge sollen 140 Kilometer weiterer Radwege gebaut und 220 Kilometer Einbahnstraßen für den Radverkehr in entgegengesetzter Richtung hergerichtet werden. 420 Kreuzungen sollen für eine sicherere Nutzung durch Radfahrer umgebaut werden.
Außerdem sollen zusätzliche Beamte der Stadtpolizei den motorisierten Verkehr überwachen und Verstöße gegen Radfahrer und Fußgänger ahnden. Bei rund jedem zweiten Radfahrunfall in Paris ist laut der Statistik ein Auto beteiligt. 2024 wurden etwas mehr als tausend Radfahrer bei Unfällen verletzt, 67 davon schwer. Zwei Radfahrer verunglückten tödlich.
Protzige Privatwagen sind in der französischen Hauptstadt unerwünscht. Unser Kolumnist hat gelernt: Savoir-vivre bedeutet in Paris, kein Auto zu besitzen. Lesen Sie hier den Text von SPIEGEL-Autor Leo Klimm.
