1. Ein überraschendes Manöver
Jedes Jahr trainieren US-amerikanische und südkoreanische Streitkräfte gemeinsam, um im Ernstfall gut auf eine Verteidigung gegen Nordkorea vorbereitet zu sein. Heute hat denn auch die zehntägige Übung namens »Ulchi Freedom Shield« begonnen. Doch nur wenige Stunden vor dem Beginn verkündete US-Präsident Donald Trump völlig überraschend in den sozialen Netzwerken, dass er die Militärübungen mit Südkorea zurückfahren wolle.
Staatschefs Kim, Trump bei ihrem Gipfeltreffen in Singapur 2018: »Kleiner Raketenmann« und »geistig verwirrter US-Greis«
Foto:HANDOUT/ REUTERS
Diese sendeten ein »völlig unangemessenes und feindseliges Signal« an ein Land, das – solange er Präsident gewesen sei – keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe. »Deshalb, und weil es zu spät für eine Absage ist, habe ich Kriegsminister Pete Hegseth angewiesen, die gemeinsamen Militärübungen deutlich zu reduzieren!« Außerdem verwies er auf seine »sehr gute Beziehung« zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. (hier mehr dazu)
Südkorea reagierte zurückhaltend, auch künftig würden sich beide Seiten »eng koordinieren«, um eine »gemeinsame solide Verteidigungshaltung« zu erhalten, erklärte das südkoreanische Präsidialamt.
Wie es zu Trumps Manöver kam, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Mein Kollege Bernhard Zand vermutet, es könnte dem US-Präsidenten wieder mal ums Geld gehen. Trump will nicht nur, dass die europäischen, sondern auch die asiatischen US-Verbündeten mehr für ihre Verteidigung zahlen.
Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Die US-Partner im Fernen Osten müssen nun sehen, wo sie bleiben
2. Besserwisser von der Seitenlinie
In der SPD ist die Stimmung mal wieder unterirdisch. In den vergangenen Tagen forderten zahlreiche Genossinnen und Genossen die beiden Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas in Erklärungen, Beschlüssen und Briefen auf, ihre Chefposten aufzugeben. (hier mehr ) Und was ist so ungefähr das Letzte, das die beiden gebrauchen können? Gute und gar nicht mal so gut gemeinte Ratschläge von Leuten, die es früher auch nicht besser gemacht haben.
SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig: Machtbewusst und durchsetzungsstark
Foto: Kay Nietfeld / dpaSigmar Gabriel, 2009 bis 2017 selbst Chef der SPD, wirft seiner Partei in einem Interview vor, sich von ihrer früheren Wählerbasis entfernt zu haben. Der Sozialstaat sei die größte zivilisatorische Leistung des 20. Jahrhunderts, aber: »Die SPD hat daraus einen allumfassenden Sozialhilfestaat gemacht.« (Hier mehr dazu)
Wer seiner Meinung nach geeigneter wäre für das Amt des Parteivorsitzes, sagt er nicht. Innerhalb der SPD gibt es da aber schon eine Idee: Manuela Schwesig, die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns. Was für und was gegen sie spricht, hat meine Kollegin Sophie Garbe analysiert.
Lesen Sie hier die ganze Analyse: Das Schwesig-Szenario
3. Kein Job, keine Ausbildung
Obwohl das neue Ausbildungsjahr bereits gestartet ist, gibt es in den meisten Bundesländern noch viele freie Lehrstellen, allein in Hamburg mehr als 3000. Gleichzeitig haben zehn Prozent der Menschen zwischen 20 und 24 Jahren weder einen Job noch eine Lehrstelle. Das teilte das Statistische Bundesamt heute mit. Der Anteil ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, liegt aber noch unter dem europäischen Durchschnitt von 12,9 Prozent. (hier mehr dazu)
Der Anteil der 20- bis 24-Jährigen ohne Job oder Ausbildung ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen
Foto: Allan; Daniel / plainpictureWollen die alle einfach nicht arbeiten? Oder finden Arbeitgeber und arbeitswillige junge Leute nicht zueinander? Achim Dercks, bis vor Kurzem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer, beschwerte sich 2025 über den Mangel an »Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft, Einsatzwille und Lesen, Schreiben, Rechnen« vieler junger Menschen.
Doch derlei pauschale Aussagen sind wenig zielführend, zeigt meine Kollegin Katharina Hölter. Sie hat einen Menschen begleitet, der erst mit 26, nach vielen Umwegen, mit einer Ausbildung begonnen hat. Seine Geschichte zeigt, wie schnell man in eine Abwärtsspirale gerät – und wie man sich wieder freikämpft.
Lesen Sie hier den ganzen Text: Jeder zehnte junge Erwachsene ist ohne Job oder Ausbildung
Was heute sonst noch wichtig ist
Schauspielerin Hayden Panettiere ist tot: Schon als Kind stand Panettiere vor der Kamera, später sprach sie offen über Probleme mit ihrer mentalen Gesundheit. Jetzt ist die Schauspielerin im Alter von 36 Jahren gestorben .
Jeder zweite Autofahrer reagiert sich sofort ab: Drängeln, offensives Einscheren, Smartphone am Steuer – Autofahrer auf deutschen Straßen verhalten sich einer Studie zufolge immer problematischer. Radfahrer kommen in der Erhebung kaum besser weg.
AstraZeneca stoppt Lungenkrebsstudie: Pharmariese AstraZeneca musste eine Studie für ein wichtiges Lungenkrebsmedikament stoppen. Es ist nicht der erste Fehlschlag in der jüngsten Zeit.
Meine Lieblingsgeschichte heute: Der Mund brennt, das Herz schlägt schneller
Restaurantbesitzerin Ghalayini: »Mich schüchtert so schnell nichts ein«
Foto:Johann Bernhard / DER SPIEGEL
Mona Al‑Ghalayini war die bekannteste Geschäftsfrau Gazas. Dann überfiel die Hamas am 7. Oktober 2023 Israel, im Gazastreifen tobte der Krieg. Ghalayini flüchtete, wie rund 100.000 andere Palästinenser, nach Ägypten. In Kairo hat sie nun ein palästinensisches Restaurant eröffnet – um die Geschmäcker ihrer Heimat nachzukochen. Meine Kollegin Dunja Ramadan hat es besucht.
Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Dill, Chili, Knoblauch – damit man spürt, dass man noch lebt
Was heute weniger wichtig ist
Cristiano Ronaldo, mehrfacher Weltfußballer aus Portugal, mit seiner Partnerin, Model Georgina Rodríguez, während der 14. Verleihung der Dubai Globe Soccer Awards 2024
Foto: Fabio Ferrari / LaPresse / dpaJust married: Fußballstar Cristiano Ronaldo, 41, und seine Partnerin Georgina Rodríguez, 32, haben sich im kleinen Kreis das Jawort gegeben – im Wohnzimmer ihres Hauses im portugiesischen Cascais. »Ich wollte etwas Intimes – mit meinem Partner und unseren Kindern, zu Hause«, sagte Rodríguez der Zeitschrift »Vogue«. »Schlösser, Häuser, Inseln, Pferde oder Autos haben wir jeden Tag. Aber etwas wirklich Intimes ist für uns viel außergewöhnlicher.«
Mini-Hohlspiegel
Von der Website des Online-Lebensmittelhändlers Knuspr, knuspr.de: »Holle Babywasser ist das ideale alkoholfreie Getränk für Ihr Baby.«
Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.
Cartoon des Tages
Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.
Klaus Stuttmann
Und heute Abend?
Darsteller Travolta, Jackson in »Pulp Fiction«: Viel Gerede und unangenehme Gewalt
Foto:Everett Collection / IMAGO
In vielen Teilen Deutschlands regnet es heute. Nutzen Sie die seltene Chance in diesem Sommer, und schauen Sie sich zu Hause endlich mal (wieder) den Film »Pulp Fiction« von Quentin Tarantino an. Er gilt als einer der größten Filmklassiker aller Zeiten, auch wenn manche Leute ihn ziemlich langatmig finden. Zur Vor- oder Nachbereitung empfehle ich den äußerst kurzweiligen Text meines Kollegen Lars-Olav Beier, seit Jahrzehnten ein versierter Filmkritiker, der darüber schreibt, wie es ihm erst beim vierten Versuch gelungen ist, während »Pulp Fiction« nicht einzuschlafen. (hier der ganze Text )
Einen schönen Abend. Herzlich
Ihre Laura Backes, Autorin
