SpOn 09.10.2026
17:46 Uhr

Navi Pillay - Israel: Außenministerium verurteilt Friedensnobelpreisvergabe »Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle«


Navi Pillay hat eine von der Uno eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel Völkermord im Gazastreifen vorwirft. Nun kommentiert die Netanyahu-Regierung ihre Auszeichnung – sehr deutlich.

Navi Pillay - Israel: Außenministerium verurteilt Friedensnobelpreisvergabe »Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle«

Israel hat die Entscheidung für die Vergabe des Friedensnobelpreises an die südafrikanische Juristin Navi Pillay scharf kritisiert. Die Wahl des Nobelkomitees legitimiere »antiisraelischen Hass«, erklärte  das israelische Außenministerium am Freitag im Onlinedienst X. »Joseph Goebbels applaudiert bestimmt aus der Hölle«, fügte das Ministerium mit Blick auf den NS-Reichspropagandaminister hinzu.

Pillay hatte unter anderem eine von der Uno eingesetzte unabhängige Untersuchungskommission geleitet, die Israel im vergangenen Jahr Völkermord im Gazastreifen vorwarf. Das Nobelkomitee habe mit seiner Entscheidung für Pillay »die größte Lüge des 21. Jahrhunderts belohnt«, erklärte das israelische Außenministerium.

Das Nobelkomitee hatte am Freitag verkündet, dass die 85-jährige Pillay für ihren Einsatz für Menschenrechte und gegen Kriegsverbrechen mit dem Friedensnobelpreis geehrt wird. Die frühere Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und einstige Uno-Menschenrechtskommissarin habe maßgeblich dazu beigetragen, »dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden«, sagte der Chef des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes. Die Uno, die EU und die Bundesregierung begrüßten die Entscheidung.

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Uno-Menschenrechtskommissar Volker Türk erklärte, die Auszeichnung sei eine »Bekräftigung, dass Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Gerechtigkeit sowie Rechenschaftspflicht für alles grundlegend sind – für Frieden, Sicherheit und Wohlstand«.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Pillay sei eine Kämpferin »für die Herrschaft des Rechts über das Recht des Stärkeren«. Sie sei »die Verteidigerin der Verfolgten, der Verletzlichen, der Stimmlosen und der Ausgeschlossenen«. Die Juristin habe sich »einigen der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte gestellt«, schrieb die Kommissionspräsidentin in Onlinediensten. »In einer Welt, die Gerechtigkeit mehr denn je braucht, sind ihr Mut und ihre moralische Klarheit ein kostbarer Kompass.«

dop/AFP