»Eine Entscheidung, die mir als Bayernfan seit Kindheit definitiv nicht leichtgefallen ist«, schreibt Reiter. Er habe sein Amt im Aufsichtsrat sowie den Vorsitz im Verwaltungsbeirat mit sofortiger Wirkung niedergelegt und wolle die Einnahmen für soziale Projekte spenden, so der SPD-Politiker. Dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um 90.000 Euro, die er seit 2021 aufgrund der Mitgliedschaft im Verwaltungsbeirat erhalten und »natürlich auch jedes Jahr ordnungsgemäß versteuert habe«.
Reiter stand zuletzt wegen seiner Tätigkeit für den Fußball-Rekordmeister und seinen Umgang damit in der Kritik. Dabei ging es darum, dass er Einkünfte aus dieser Tätigkeit nicht wie vorgesehen beim Stadtrat angegeben hatte. Außerdem hatte er in einer Stadtratssitzung das N-Wort verwendet – als Zitat, wie er später sagte. Die Kritik war dennoch groß.
Am Sonntag gab es bei der Oberbürgermeisterwahl in München dann die Quittung: Er musste ein deutlich schlechteres Ergebnis als erwartet hinnehmen. Reiter kam auf 35,6 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Bürgermeisterwahl 2020 erreichte er noch 47,9 Prozent der Stimmen. Nun muss er gegen Dominik Krause von den Grünen antreten, der 29,5 Prozent erreichte und bislang Zweiter Bürgermeister in seiner Heimatstadt war.
Wahlplakate der Konkurrenten für die kommende Stichwahl in München
Foto: Peter Kneffel / dpaDritte Stichwahl für Reiter
Die jüngsten Schlagzeilen um Reiters Posten im Verwaltungs- und Aufsichtsrat des FC Bayern könnten manche Wählerinnen und Wähler bewogen haben, beim Urnengang nicht für Reiter zu stimmen. Diese Nebentätigkeiten dürften bei der Wahl »eine größere Rolle gespielt haben«, sagte der Kommunalpolitikexperte Martin Gross von der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) unlängst dem »Münchner Merkur«.
Die Stichwahl zwischen Reiter und seinem Grünen-Herausforderer Krause findet am 22. März statt. Es ist die dritte Stichwahl für den amtierenden OB. Gross ist optimistisch, dass Reiter diese, wie 2014 und 2020, erneut für sich entscheiden kann. »Wenn es eine solide Wahlbeteiligung gibt, dann ist meine Vermutung, dass der größte Teil der CSU-Anhängerinnen und -Anhänger bei der Stichwahl eher für Dieter Reiter stimmen wird als für Dominik Krause«, erklärte er.
