SpOn 29.09.2026
13:04 Uhr

München: 600.000 Menschen von Hack an Ludwig-Maximilians-Universität betroffen


Das Ausmaß des Cyberangriffs auf die LMU in München ist erheblich. Nach neuesten Erkenntnissen könnten unter anderem Identitäts-, Kontakt- und Bankdaten von Studierenden aus den vergangenen 50 Jahren erbeutet worden sein.

München: 600.000 Menschen von Hack an Ludwig-Maximilians-Universität betroffen

Nach dem Hackerangriff auf die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München sind rund 600.000 Datensätze von aktuellen und ehemaligen Studierenden betroffen. Nach neuesten forensischen Erkenntnissen war der gesamte Datenbestand im Zulassungssystem betroffen, in dem sämtliche Daten der Studierenden verarbeitet werden, wie die LMU mitteilte . Die Immatrikulationsdaten reichen demnach etwa 50 Jahre zurück.

Umfang je nach Alter der Daten unterschiedlich

Die betroffenen Datensätze bis einschließlich 1994 enthalten laut LMU nur Stammdaten und die Semesterhistorie. Ab 2005 sind die Angaben demnach umfangreicher, teilweise sind auch Bankdaten hinterlegt. Je nach Einzelfall könnten zudem Krankenversicherungs- und Bafög-Nummern, Angaben zum Studienverlauf und Beurlaubungsgründe, die teils sensible Daten nach Artikel 9 der Datenschutz-Grundverordnung enthalten können, betroffen sein. Nicht jede Kategorie betreffe demnach jeden Menschen.

Nicht betroffen seien Passwörter, Prüfungsinformationen und Angaben zu Studieninhalten und individuellen Leistungen.

Was bedeutet das für aktuelle und ehemalige Studierende?

Es gebe weiterhin keine Anhaltspunkte, dass Daten veröffentlicht oder missbräuchlich verwendet wurden, so die LMU. Ausschließen könne man das aber nicht. Gemeinsam mit externen Experten beobachte die Hochschule das Darknet. Bei Hinweisen würden Betroffene unverzüglich informiert. Die LMU rät zu besonderer Vorsicht bei E-Mails mit Anhängen oder Links und bei verdächtigen Anrufen oder Nachrichten mit Universitätsbezug. Die Universität hat Fragen und Antworten für Betroffene hier veröffentlicht .

Die Uni fährt vorsorglich abgeschaltete Systeme nach eigenen Angaben wieder hoch. Das Online-Vorlesungsverzeichnis LSF soll ab Mittwoch schrittweise wieder erreichbar sein. Aus Sicherheitsgründen sei der Zugang aber nur im Uni-Netz oder per VPN möglich.

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Neue Studierende können sich seit dem 22. September wieder immatrikulieren, die Fristen wurden laut LMU-Angaben verlängert. Bestehende Immatrikulationen bleiben demnach gültig. Ab Dezember soll das neue System CampusOnline digitale Bewerbungen und Immatrikulationen auf Cloud-Basis ermöglichen.

kim/dpa