SpOn 15.03.2026
03:40 Uhr

Medienaufsicht droht US-Sendern wegen Iranberichten mit Lizenzentzug


»Hundert Prozent Fake News«: Im Weißen Haus sorgen kritische US-Medienberichte über den Irankrieg für Empörung. Der Chef der Medienaufsichtsbehörde FCC erklärt nun, betroffene Sender könnten ihre Lizenzen verlieren, wenn sie ihren Kurs nicht ändern.

Medienaufsicht droht US-Sendern wegen Iranberichten mit Lizenzentzug

Nach der Kritik der Trump-Regierung an einigen US-Medien wegen ihrer Berichterstattung über den Irankrieg hat die US-Medienaufsichtsbehörde FCC Konsequenzen angedroht. Sender müssten laut Gesetz »im öffentlichen Interesse« handeln, erklärte FCC-Chef Brendan Carr am Samstag im Onlinedienst X. Sie verlieren demnach ihre Lizenzen, »wenn sie dies nicht tun«.

Sender, die »auch als Fake News bekannte Falschmeldungen und Nachrichtenverzerrungen« verbreiteten, hätten nun »die Chance, ihren Kurs zu korrigieren, bevor ihre Lizenzverlängerungen anstehen«, warnte Carr. Konkrete Medien nannte er nicht.

Der FCC-Chef bezog sich mit seiner Erklärung auf einen Post von Trump, in dem der US-Präsident »eine absichtlich irreführende Schlagzeile der Fake-News-Medien« über fünf Tankflugzeuge anprangerte, die in Saudi-Arabien von iranischen Angriffen getroffen worden waren. Vier der Jets hätten praktisch keine Schäden gehabt und seien längst wieder im Einsatz, so Trump. Das fünfte Flugzeug habe leichte Schäden, werde aber bald wieder fliegen.

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Aktivisten kritisierten die Warnung von Carr als »empörend«. »Wenn die Regierung die Presse unter Androhung von Strafen dazu zwingt, zum Sprachrohr des Staates zu werden, läuft etwas gewaltig schief«, erklärte die Stiftung Fire, die sich für Meinungsfreiheit einsetzt.

Seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran am 28. Februar haben sowohl Trump als auch Verteidigungsminister Pete Hegseth kritische Berichte immer wieder als »Fake News« abgetan. Am Freitag kritisierten sowohl das Pentagon als auch das Weiße Haus den Sender CNN wegen eines Berichts, demzufolge Washington bei der Planung der Luftangriffe auf Iran das Risiko einer Blockade der Öltransporte durch die Straße von Hormus unterschätzt habe.

Lesen Sie Hintergründe dazu hier: Die Straße von Hormus wird immer mehr zum wunden Punkt für die US-Regierung im Konflikt mit Iran. Donald Trump scheint von der Kriegsführung des Regimes in Teheran überrascht – und setzt auf Eskalation. 

»Diese Geschichte ist zu hundert Prozent Fake News«, schrieb Sprecherin Karoline Leavitt im Onlinedienst X. Das Pentagon bereite sich »seit Jahrzehnten« auf eine mögliche Sperrung der Straße von Hormus durch Iran vor. Dies sei auch lange vor dem Beginn der Luftangriffe auf Iran am 28. Februar »Teil der Planungen der Trump-Regierung« gewesen.

Mehr zum Thema: Der israelisch-amerikanische Krieg gegen Iran verläuft ganz anders, als der US-Präsident Trump sich das gedacht hatte. Da geht es ihm ein wenig wie Kremlchef Putin. 

Donald Trump macht aus seiner Abneigung gegenüber den traditionellen Medien keinen Hehl. Die »New York Times« oder der Sender CNN verbreiten nach Meinung des US-Präsidenten vor allem Lügen und »Fake News«.

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Bereits im vergangenen Jahr hatte der von Trump ernannte FCC-Chef Carr Sendern mit Lizenzentzug gedroht, sollten sie die Late-Night-Show des Moderators Jimmy Kimmel ausstrahlen. Der Sender ABC setzte die Show daraufhin kurzzeitig aus – mehr dazu hier . Kimmel hatte mit seinen Äußerungen zum tödlichen Attentat auf den ultrarechten Aktivisten und Podcaster Charlie Kirk für Wut im Trump-Lager gesorgt. Er hatte kurz nach dem Attentat dem Trump-Lager vorgeworfen, das Verbrechen für seine politischen Ziele zu instrumentalisieren. ABS nahm Kimmels Rauswurf nach heftigen Protesten schließlich wieder zurück.

hda/AFP