SpOn 29.09.2026
20:10 Uhr

Kasachstan: Künftig mehr Öllieferungen an Deutschland


Als Ersatz für Lieferungen aus Russland soll künftig mehr Öl aus Kasachstan in die Bundesrepublik fließen. Mit Details halten sich Kanzler Merz und der kasachische Präsident Tokajew aber vorerst zurück.

Kasachstan: Künftig mehr Öllieferungen an Deutschland

Kasachstan möchte künftig mehr Öl nach Deutschland liefern. »Wir haben vor, die Erdölvolumina, die Lieferungsvolumina auch zu steigern, und möchten auch in der Zukunft ein zuverlässiger Partner im Bereich Erdöllieferungen für Deutschland sein«, sagte Präsident Kassym-Schomart Tokajew bei einer Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Schon jetzt sei Kasachstan einer der wichtigsten Erdöllieferanten für die Bundesrepublik.

Merz betonte das Interesse an kasachischem Öl »als Ersatz für das Öl, das wir aus Russland nicht mehr beziehen«. Deutschland suche nach »Diversifizierung unserer Lieferbeziehungen«, wobei Kasachstan »ein wichtiger Baustein« sei. Details zu dem Vorhaben nannten die beiden Politiker nicht.

Ersatz für PCK-Raffinerie

Seitdem Deutschland kein russisches Öl mehr bezieht, waren Lieferungen aus Kasachstan vor allem für die Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt wichtig. Bis zum Frühjahr hatte es etwa ein Fünftel der dort verarbeiteten Menge ausgemacht. Im Mai entschied Russland, kein kasachisches Öl mehr durch die Pipeline Druschba nach Brandenburg zu leiten. Die Raffinerie suchte andere Bezugsquellen, unter anderem über Polen.

Russisches Öl fließt bereits seit 2023 nicht mehr zur PCK-Raffinerie. Die Anlage gehört zu 54 Prozent deutschen Töchtern des russischen Staatskonzerns Rosneft, die wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Treuhandverwaltung des Bundes stehen.

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Tokajew sagte bei seinem Besuch in Deutschland, Kasachstan bestehe auf der »Achtung und Wahrung des Grundsatzes der territorialen Integrität aller Staaten«. Gleichzeitig betonte er seine »exzellenten Beziehungen« zu Kremlchef Wladimir Putin. »Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind«, sagte Tokajew.

Kasachstan und Russland teilen eine mehr als 7500 Kilometer lange Grenze. Die Länder sind Verbündete, wobei Kasachstan nie Unterstützung für Moskaus Offensive signalisiert hat. Im Juli hatte Tokajew Putin zu einem Stopp der Kämpfe aufgefordert. Mehr dazu lesen Sie hier.

esw/dpa