Jupp Heynckes hat mit großer Bestürzung auf den Tod seines langjährigen Freundes und Co-Trainers Peter Hermann reagiert. In einem Gastbeitrag für den »kicker« bezeichnete der 81-Jährige Hermann als »stets loyalen Partner auf Augenhöhe« und »Bruder im Geiste«.
Hermann war am Samstag im Alter von 74 Jahren gestorben. Er litt an ALS. Heynckes erfuhr vom Tod durch Hermanns Tochter Rebecca. »Meine Frau Iris und ich saßen am Tisch und konnten unsere Tränen nicht mehr aufhalten. Das menschliche Vokabular bietet für solche Situationen nicht die passenden Worte, um auszudrücken, wie uns dieser Verlust getroffen hat«, schrieb der ehemalige Trainer des FC Bayern.
Hermanns Familie habe sich rund um die Uhr um ihn gekümmert. »Als er in seinen letzten Monaten nicht mehr allein sein konnte, war immer ein Familienmitglied in seiner Nähe«, so Heynckes.
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Foto: sportfotodienst / MIS / IMAGOHermann und Heynckes arbeiteten von 2009 bis 2011 in Leverkusen und von 2011 bis 2013 in München zusammen. Beim FC Bayern folgte in der Saison 2017/2018 eine weitere gemeinsame Phase. 2013 gewannen sie das Triple. Zudem arbeitete Hermann als Co-Trainer unter anderem bei Bayer Leverkusen, Schalke 04, dem Hamburger SV und zuletzt bei Borussia Dortmund.
Heynckes würdigte Hermann als fachlich fundierten, fleißigen und empathischen Co-Trainer: »Die Spieler haben Peter nicht nur gemocht, sie haben ihn geliebt, weil er so empathisch und sympathisch, weil er so still und leise, so uneitel, einfach liebenswert war. Peter war wichtig, ohne sich wichtig zu nehmen.« Er sei »ein zweiter Mann erster Klasse« und ein Vorbild für alle jungen und erfahrenen Trainer gewesen.
Heynckes habe Hermann vor etwa drei Monaten zum letzten Mal besucht. »Da konnte er kaum noch sprechen«, schrieb er. Hermanns Schwiegersohn habe bei der Konversation geholfen.
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»Auf der Heimfahrt habe ich, das Bild meines so schrecklich gezeichneten Freundes vor Augen, im Auto bitterlich geweint«, schrieb Heynckes. Später hätten sie den Kontakt auf Textnachrichten beschränkt. In den »oft sehr langen« Texten ging es um die geopolitische Weltlage, die Mängel in der deutschen Nationalmannschaft, die Hitze im Sommer und die gesundheitlichen Probleme von Jamal Musiala. Doch um eines sei es nie gegangen: »Peter selbst hat sein schlimmes Schicksal nie beklagt«, so Heynckes.
