SpOn 24.07.2026
14:27 Uhr

Jeffrey Epstein: Autopsie von Daniel Siad ergibt keine Hinweise auf äußerliche Gewalteinwirkung


Der überraschende Tod von Epsteins Vertrautem Daniel Siad heizt Spekulationen an. Nun teilt die Staatsanwaltschaft mit, es gebe keine frischen Verletzungen durch Gewalt. Eine toxikologische Untersuchung steht noch aus.

Jeffrey Epstein: Autopsie von Daniel Siad ergibt keine Hinweise auf äußerliche Gewalteinwirkung

Nach dem Tod des Epstein-Helfers Daniel Siad hat die Autopsie keine eindeutige Todesursache ergeben. Es gebe keine Hinweise auf jüngere Gewalteinwirkungen, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Nanterre. Siad sei in einem schlechten Gesundheitszustand gewesen. Es gebe Anzeichen für einen früheren Herzinfarkt.

Die toxikologische Untersuchung steht demnach noch aus. Eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft sagte dem SPIEGEL auf Anfrage, dass dabei Siads Blut und sämtliche Organe untersucht würden, um sicherzustellen, dass er an natürlichen Ursachen gestorben sei. Medikamente oder toxische Substanzen könnten Siads Tod beschleunigt haben – auch das wolle man prüfen. Bis die entsprechenden Ergebnisse vorliegen, könne es dauern. Einen genauen Zeitraum nannte sie nicht.

Siad, der am Montagabend tot aufgefunden wurde, hatte enge Verbindungen zum US-Investor Jeffrey Epstein . Ermittler warfen dem Financier vor, Minderjährige und junge Frauen missbraucht zu haben. Dokumente zeigen enge Verflechtungen Epsteins mit weltweiten Eliten. 2019 war Epstein erhängt in seiner Gefängniszelle in New York gefunden worden.

Siad soll Epstein spätere Opfer vorgestellt haben; unter anderem deshalb stand er seit Monaten im Visier der französischen Behörden. Insgesamt fünf Frauen hatten Siad angezeigt. Die Vorermittlungen liefen wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und möglichen Menschenhandels. Siad hatte die Vorwürfe stets bestritten. Eine Anklage wurde bis zu seinem Tod nicht erhoben. Seine Anwältin beteuerte am Mittwoch, dass er unschuldig gewesen sei.

Offiziell reiste Siad jahrzehntelang als »Modelscout« um die Welt, sprach Frauen an und prophezeite ihnen eine Karriere vor der Kamera. Doch mehrere Models landeten auf diesem Weg offenbar bei Epstein, der sie teils missbrauchte. Seit spätestens 2009 stand Siad in Kontakt mit dem Financier, das zeigen Dokumente, die das US-Justizministerium veröffentlichte. Siad beteuerte, er habe nicht gewusst, dass Epstein Frauen sexuell nötigen würde, sondern ihn für einen seriösen Vertreter der Modelbranche gehalten.

Siad schickte Epstein Fotos und Maße von Frauen, bot sie ihm an wie Ware. In einer Nachricht bezeichnete er sich als »Fischer«, der für Epstein arbeitete.

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Dass Siad überraschend starb, noch bevor die Polizei ihn vernahm, heizt Spekulationen an. Der »Modelscout« ist nicht der erste Verdächtige in dem Epstein-Komplex, der tot aufgefunden wurde, bevor es zum Prozess kam. 2019 nahm sich Epstein offiziell das Leben in seiner Gefängniszelle. Auch der Chef einer Modelagentur, Jean-Luc Brunel, der an Epsteins Machenschaften beteiligt gewesen sein soll, soll in Untersuchungshaft Suizid begangen haben.

Siads mutmaßliche Opfer sind entsetzt über seinen plötzlichen Tod. Mehr dazu lesen Sie hier. 

arv/hba