Falscher Bezos, echte Polizei: In Österreich sorgt eine Firmenfeier des oberösterreichischen Werkzeugbauers Haidlmair für Diskussionen. Nicht etwa wegen der ausgelassenen Stimmung, sondern wegen eines Spezialgastes, der auf den Festlichkeiten in Micheldorf im Bezirk Kirchdorf auftauchte.
»Denn zwischen Musikkapelle, Motocross-Show und Spanferkel-Grill sorgte an diesem Nachmittag ein Helikopter für den eigentlichen Höhepunkt der Feier«, schreibt der österreichische »Standard« . An Bord des Helikopters war ein kahlköpfiger Mann mit kurz getrimmtem Bart, Fliegerbrille und Anzug. Es handelte sich um ein Double des Amazon-Gründers Bezos. Die Firma Haidlmair hatte zuletzt einen millionenschweren Auftrag von Amazon erhalten.
Begleitet wurde der Fake-Bezos von drei schwer bewaffneten, vermummten Beamten einer Spezialeinheit der Linzer Polizei, schreibt der »Standard«. An dem Einsatz der Personenschützer regt sich nun Kritik.
Laut der Zeitung wird die Angelegenheit intern untersucht. Gegen wen genau sich die Untersuchung richte, sei unklar. Es soll um kurze Dienstwege gehen, um falsche Zuständigkeiten und darum, wer für den Polizeischutz eines Doubles des drittreichsten Mannes der Welt auf einem privaten Firmengelände aufkomme.
Firmenchef Mario Haidlmair bestätigte dem »Standard«, dass er für die Polizeibegleitung des Bezos-Doubles Kontakt zum Linzer Polizeichef aufgenommen habe. Er kenne ihn schon seit vielen Jahren, etwa weil man im selben Ort gewohnt habe. Laut den Recherchen der Zeitung sollen die drei Beamten den gestellten Schutzeinsatz des falschen Bezos als Überstunden inklusive Gefahrenzulage verrechnet haben dürfen.
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