SpOn 05.10.2026
15:02 Uhr

Italien: Giorgia Meloni will eigene Stimme vor KI-Fakes schützen


Italiens Regierungschefin kämpft seit Längerem gegen gefälschte KI-Aufnahmen. Nun will Giorgia Meloni ihre Stimme als geistiges Eigentum anmelden – mit einem viersekündigen Schlachtruf aus ihrem Wahlkampf.

Italien: Giorgia Meloni will eigene Stimme vor KI-Fakes schützen

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine Audioaufnahme ihrer Stimme beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) eintragen lassen. Mit dem Schritt wolle sich die Regierungschefin vor mit KI gefälschten Sprachaufnahmen schützen, berichtet die Zeitung »La Repubblica«.

Laut dem Bericht ist die Sprachaufnahme von Melonis Stimme lediglich vier Sekunden lang. Die postfaschistische Politikerin ließ demnach den Satz »Io sono Giorgia Meloni« als sprachliches Kennzeichen registrieren. Über den Antrag muss nun nach einer Prüfung entschieden werden.

Der Satz erinnere beim wiederholten Anhören an den Satz »Ich bin Giorgia, ich bin eine Frau, ich bin eine Mutter, ich bin Italienerin, ich bin Christin«, der im Laufe der Jahre zu einer Art Markenzeichen der rechten Regierungschefin geworden sei. Unter dem Titel »Ich bin Giorgia« veröffentlichte sie auch ihre eigene Biografie. Der Ausspruch wurde mittlerweile auch in einem Discosong gesampelt.

Von Meloni waren bereits KI-generierte Fotos aufgetaucht, die sie unter anderem knapp bekleidet auf einem Bett zeigen sollten. Im Frühjahr war sie in die Offensive gegangen und hatte zu verantwortungsvollem Verhalten aufgerufen. Von ihr seien diverse falsche Bilder im Umlauf, die von »irgendeinem eifrigen Gegner« als echt ausgegeben würden, schrieb sie damals beim Kurznachrichtendienst X.

Mehr zum Thema

Sogenannte Deepfakes seien ein gefährliches Instrument, denn sie könnten jeden täuschen, manipulieren und treffen, warnte Meloni damals. Sie könne sich verteidigen, viele andere aber nicht. Was heute ihr passiere, könne morgen jedem passieren. 2024 strengte sie eine Zivilklage gegen einen Mann von Sardinien an, der pornografische Bilder mit ihrem Gesicht erstellt und verbreitet haben soll. Das Verfahren vor einem italienischen Gericht steht noch aus.

jpe/dpa