Mahmoud Ahmadinejad hat den Holocaust geleugnet und während seiner Amtszeit als Präsident der Islamischen Republik Iran geschworen, Israel zu vernichten.
Das ist lange her.
Mittlerweile hat sich der religiöse Hardliner von einst den Bart getrimmt, Englisch gelernt und die immerbeige Regenjacke gegen dunkle Maßanzüge ausgetauscht. Sogar eine Botoxbehandlung soll sich der 69-Jährige gegönnt haben – das berichtet die »New York Times« (NYT).
Maximal wandlungsfähig: Mahmoud Ahmadinejad
Foto: Fatemeh Bahrami / Anadolu Agency / IMAGOUnd auch der Hass auf Israel ist weg. Vielmehr soll Ahmadinejad im Zentrum eines Geheimplans der Amerikaner und Israelis für einen Machtwechsel gestanden haben:
Im Frühjahr hatte das US-Magazin »The Atlantic« gemeldet, dass Israel einen Militärschlag auf seine Residenz in Teheran verübt habe. Der Angriff sollte offenbar die Leibwächter des vom Regime kalt gestellten Ahmadinejad treffen und ihm zur Flucht verhelfen. Daraus wurde nichts.
Ein Rechercheteam der »NYT« enthüllte wenig später, dass Ahmadinejad in den Jahren zuvor Guatemala und Ungarn besucht habe – zwei Länder, die enge bilaterale Beziehungen zu Israel pflegen (mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier ).
Nun hat das Blatt mit einer neuen Enthüllung nachgelegt. Mahmoud Ahmadinejad hat demnach 2024 den damaligen Mossad-Chef David Barnea persönlich getroffen – in Budapest. Ungarns damaliger Ministerpräsident Viktor Orbán und Israels Premierminister Benjamin Netanyahu sind enge politische Weggefährten.
Ex-Mossad-Chef David Barnea
Foto: Amir Cohen / REUTERSEin ungarischer Top-Regierungsbeamter soll laut »NYT«-Recherchen vor dem spektakulären Treffen zwischen Ahmadinejad und Barnea beim Direktor der Ludovika-Universität angerufen haben. Sein Anliegen: Die Hochschule, die eigentlich Führungskräfte für den öffentlichen Dienst ausbildet, sollte eine Konferenz veranstalten. Das Thema? Klimawandel. Als Gastsprecher sollte Ahmadinejad eingeladen werden. Es kam genau so. Wenig später soll der Mossad die CIA darüber informiert haben, dass man mit dem Erzfeind a.D. in Kontakt steht.
-
2 Min
Wie es Ahmadinejad aktuell geht, ist unklar. Laut »NYT« steht er unter Aufsicht der Revolutionswächter. Bei den tagelangen Trauerfeierlichkeiten für den zu Kriegsbeginn ermordeten Obersten Führer Irans, Ali Khamenei, wurde er, umringt von Sicherheitskräften, gesehen .
Das Regime selbst hat am Montag neue Angriffe im Südwesten des Landes gemeldet. In der Industriestadt Abadan an der Grenze zum Irak wurden dabei zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt. Laut dem Vizegouverneur der betroffenen Provinz Chusestan ereigneten sich die Angriffe kurz nach Mittag (Ortszeit). Die Behörden machten die USA für die Luftangriffe verantwortlich. Eigentlich hatte das US-Militär seine jüngste Angriffswelle am frühen Morgen für beendet erklärt.
