SpOn 10.03.2026
05:33 Uhr

Irankrieg: USA wollen bisher 5000 Ziele angegriffen haben – Iran widerspricht Donald Trump bei Frage nach Kriegsende


Das US-Zentralkommando zieht nach zehn Tagen voller Angriffe eine Bilanz. Donald Trump spekuliert über ein baldiges Ende des Krieges – und bekommt eine deutliche Antwort der Revolutionswächter. Der Überblick.

Irankrieg: USA wollen bisher 5000 Ziele angegriffen haben – Iran widerspricht Donald Trump bei Frage nach Kriegsende

Zehn Tage nach Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran hat das US-Zentralkommando neue Daten veröffentlicht. Mehr als 5000 Ziele seien bisher angegriffen worden, heißt es in einer Meldung auf X.

Zu den attackierten Zielen gehörten unter anderem Kommandozentralen, Flugabwehrsysteme, Abschussrampen ballistischer Raketen, militärische Kommunikationseinrichtungen sowie Produktionsstätten für Drohnen und Raketen. Mindestens 50 iranische Schiffe habe man zerstört oder beschädigt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montagabend in Aussicht gestellt, dass der Krieg gegen Iran deutlich früher vorbei sein könnte als zunächst erwartet. »Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe«, zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe »weit vor dem Zeitplan«.

Irans Revolutionswächter konterten diese Aussagen mit scharfen Worten: »Wir sind diejenigen, die über das Ende des Kriegs entscheiden«, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. »Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Kriegs liegen in den Händen der Islamischen Republik.«

Zerstörte Gebäude im Süden Beiruts: Israels Armee lieferte sich auch Gefechte mit der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz

Zerstörte Gebäude im Süden Beiruts: Israels Armee lieferte sich auch Gefechte mit der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz

Foto: REUTERS

Trump äußerte sich nicht konkret dazu, wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten. In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral im US-Bundesstaat Florida fügte Trump hinzu: »Es wird ziemlich schnell vorbei sein.« Der Krieg sei nur »ein kurzer Ausflug«. Später sagte er auf einer Pressekonferenz, der Krieg werde bald beendet, »und wenn er wieder anfängt, werden sie noch härter getroffen«.

Ende Februar hatten Israel und die USA Iran angegriffen. Nach dem Beginn der US-Offensive hatte Trump zuletzt noch gesagt, dass er von einer Kriegsdauer von vier bis fünf Wochen ausgehe. Ende vergangener Woche nannte Regierungssprecherin Karoline Leavitt dann einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen.

Die Aussagen Trumps zum baldigen Kriegsende sollen womöglich auch die Kapitalmärkte beruhigen. Und das scheint zumindest kurzfristig zu funktionieren. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel nach Trumps CBS-Interview auf 89,20 US-Dollar pro Fass (159 Liter). Er war damit gut 30 Dollar günstiger als noch in der Nacht zu Montag, als der Preis erstmals seit Jahren wieder weit über die 100-US-Dollar-Marke gestiegen war. Auch die US-Börse schloss am Montag im Plus (mehr zu den Entwicklungen rund um den Ölpreis lesen Sie hier).

Mehr zum Thema

Die Zahl der im Irankrieg gefallenen US-Einsatzkräfte ist von sechs auf sieben gestiegen. Ein Angehöriger der Streitkräfte sei den Folgen seiner Verletzungen erlegen, die er während der ersten Angriffe auf Iran erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Zentralkommando (Centcom) mit. Konkret sei Sergeant Benjamin N. Pennington demnach bei einem Angriff auf US-Soldaten am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien schwer verletzt worden.

Telefonat mit Russlands Präsident

Trump hat am Montag mit dem Kremlchef Wladimir Putin über die Kriege in Iran und der Ukraine gesprochen. Das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen, teilte Putins außenpolitischer Berater Jurij Uschakow in einem vom Kreml veröffentlichten Kommentar mit. Trump habe angerufen.

Putin habe Überlegungen für eine baldige politisch-diplomatische Lösung für den Irankrieg geäußert unter Berücksichtigung der Kontakte zu den Führungen der Golfstaaten, dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian und weiterer Staaten, hieß es von russischer Seite (mehr dazu hier ).

Trump sagte nach dem Gespräch, er habe ein »sehr gutes Telefonat« mit dem russischen Präsidenten über die Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten geführt. Putin erklärte, er wolle im Krieg mit Iran hilfreich sein. Trump habe ihm dann gesagt: »Ich sagte, du könntest noch hilfreicher sein, wenn du die Ukraine in Ordnung bringst.«

Mit dem Angriff auf Iran hat Trump einen Krieg eröffnet, der globale Kreise zieht und andere Konflikte zu beeinflussen droht. Es kann alles glimpflich ausgehen – oder furchtbar schiefgehen. Lesen Sie hier mehr dazu. 

hda/AFP/dpa/Reuters