Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge erneut Ziele in Iran attackiert. Man habe damit begonnen, weitere Angriffe durchzuführen, erklärte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom). Hintergrund sind demnach weiterhin Attacken auf mehrere Tanker im Bereich der Straße von Hormus – für die macht Washington die Führung in Teheran verantwortlich. Mittlerweile, so das Regionalkommando, seien die rund 90 Angriffe für diesen Tag abgeschlossen.
Die erneuten US-Angriffe sollen Centcom zufolge Irans Fähigkeit weiter einschränken, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus zu beeinträchtigen. Demnach kam die Anweisung für die Angriffe von Präsident Donald Trump. Nähere Angaben zum Ziel der Angriffe machte das Militär nicht.
At the direction of the Commander in Chief, U.S. Central Command forces have started conducting additional strikes against Iran to further degrade their ability to threaten freedom of navigation in the Strait of Hormuz. The United States is holding Iran accountable for recent…
— U.S. Central Command (@CENTCOM) July 8, 2026
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Trump selbst äußerte sich bei Truth Social kurz zu den US-Angriffen: Sie seien »Vergeltung« für die jüngsten Attacken Irans auf Schiffe in der Straße von Hormus. Außerdem drohte Trump: Sollte Iran erneut angreifen, werde die Antwort noch »viel schlimmer« ausfallen.
Alarm in Kuwait und Bahrain
Nach Beginn der erneuten US-Angriffswelle geriet der Golfstaat Kuwait in der zweiten Nacht in Folge unter Beschuss: Die Flugabwehr wehre feindliche Raketen- und Drohnenangriffe ab, teilte die Armee des Landes mit. Genauere Angaben gab es zunächst nicht.
Auch in Bahrain heulten wie in der Nacht zuvor wieder die Sirenen. Die Bevölkerung solle sich in Sicherheit bringen und ruhig verhalten, teilte das Innenministerium des Inselstaats im Persischen Golf mit.
Bahrain und Kuwait waren wie auch andere Golfstaaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie beherbergen wichtige US-Militärbasen, die nur wenige Hundert Kilometer von Iran entfernt liegen.
Irans Revolutionswächter bestätigten inzwischen, dass man zwei Stützpunkte in Kuwait und zwei in Bahrain attackiert habe. Sollten die US-Angriffe anhalten, werde man weitere Stützpunkte in der Golfregion ins Visier nehmen.
Trump sagt, er rechnet mit einem baldigen Ende des Konflikts
Bereits am Vortag hatte Centcom nach eigenen Angaben mehr als 80 Ziele in Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet. Die Streitkräfte hätten unter anderem Flugabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionswächter in oder nahe der Straße von Hormus getroffen (mehr dazu hier).
Trump hatte die neuen Angriffe zuvor in Aussicht gestellt. Das US-Militär habe Iran »hart getroffen« und »wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen«, sagte er. Zugleich hatte er die Gefahren einer neuen Eskalation im Irankrieg heruntergespielt. »Ich glaube nicht, dass er wieder aufflammt«, sagte er bei einer Pressekonferenz. Stattdessen rechne er damit, dass der Konflikt zeitnah wieder beigelegt werde.
Auf dem Rückflug vom Nato-Gipfel in Ankara nach Washington sagte Trump, Iran wolle unbedingt ein Friedensabkommen. »Sie haben vor Kurzem angerufen, sie wollen unbedingt ein Abkommen abschließen.« Er sei sich allerdings nicht sicher, ob sie eines Abkommens würdig seien oder ob sie sich an eines halten würden.
Auf die Frage einer Journalistin, warum die iranische Führung Handelsschiffe angreife, wenn sie doch an einem Abkommen interessiert sei, sagte Trump: »Weil ... sie etwas verrückt sind.«
Am Rande des Nato-Gipfels hatte Trump die Waffenruhe mit Iran offen infrage gestellt: »Ich denke, es ist vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum.« Zugleich erklärte Trump jedoch, seine Unterhändler könnten die Gespräche fortsetzen, wenn sie dies wünschten.
Iran riskiert einen neuen Krieg mit den USA und Trump kündigt das Abkommen für die Waffenruhe auf. Mehr dazu, warum das gerade jetzt geschieht, erfahren Sie hier .
