SpOn 12.05.2026
10:52 Uhr

Iran-Krieg: Teheran droht mit Urananreicherung auf atomwaffentauglichen ​Reinheitsgrad


Die Rhetorik zwischen Washington und Teheran bleibt auch nach fünf Wochen Waffenruhe konfrontativ. Iran bringt nun eine Urananreicherung ins Spiel, Donald Trump spricht von einem Ende der Feuerpause.

Iran-Krieg: Teheran droht mit Urananreicherung auf atomwaffentauglichen ​Reinheitsgrad

Iran droht damit, bei einem erneuten Angriff sein Uran auf waffentaugliche 90 Prozent anzureichern. »Eine der Optionen Irans im ⁠Falle ⁠eines weiteren Angriffs könnte die Anreicherung von Uran auf 90 Prozent sein«, schreibt der Abgeordnete Ebrahim ​Resaei, der Sprecher ‌des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Außenpolitik ist, bei X. »Wir werden dies ‌im Parlament prüfen.«

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Fraglich ist allerdings, wie schnell Iran seine Uranbestände weiter anreichern könnte. Denn nach Expertenmeinung hat sich zumindest in den deklarierten oder bekannten Einrichtungen des Landes seit dem Krieg im Juni 2025 keine Zentrifuge mehr gedreht. Die Anreicherung, so Ali Vaez, Irandirektor der International Crisis Group, sei nach dem Zwölftagekrieg, in dem Israel und die USA die iranischen Atomanlagen massiv bombardiert hatten, de facto zum Erliegen gekommen .

Die USA und Israel haben Iran ‌erneut am 28. Februar ​mit ‌dem erklärten Ziel ‌angegriffen, die Islamische ​Republik daran zu hindern, Atomwaffen zu entwickeln. Seit fast fünf Wochen ist eine Waffenruhe vereinbart. US-Präsident Donald Trump sagte zuletzt, die Feuerpause sei kurz vor ihrem Ende. Grund dafür sei der »dämliche Vorschlag« aus Teheran zur Beendigung des Krieges. »Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe.«

Iran gibt sich nach außen weiter unbeeindruckt. »Unsere Streitkräfte sind bereit, jeder Aggression mit einer lehrreichen Antwort zu begegnen«, schreibt der iranische Parlamentssprecher und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf bei X . »Wir sind auf alle Optionen vorbereitet.« (Mehr zu dem iranischen Hardliner erfahren Sie hier .)

In dem von Iran vorgelegten Plan heißt es laut Staatsmedien, dass die USA Reparationen für die angerichteten Kriegsschäden in Iran zahlen müssten. Die Islamische Republik fordert demnach auch die volle Souveränität über die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte.

Neue Militärschläge in Planung?

Trump warf der Führung in Teheran vor, sich nicht an Zusagen zu halten. Iran habe zugestimmt, dass die USA das angereicherte Uran außer Landes schaffen. »Aber sie haben ihre Meinung geändert, es stand nämlich nicht in dem Papier«, sagte Trump.

Zuvor hatte Iran laut einem Bericht Trumps Aussagen zurückgewiesen. Das Verhandlungsteam habe nicht zugestimmt, das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Nun legt Teheran mit der Drohung einer Anreicherung von Uran nach.

Am Montagabend (Ortszeit) traf sich Trump mit seinem Team für nationale Sicherheit, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Neben Vizepräsident JD Vance nahmen auch der Sondergesandte Steve Witkoff, CIA-Chef John Ratcliffe, Verteidigungsminister Pete Hegseth, Außenminister Marco Rubio und Generalstabschef Dan Caine an dem Treffen teil. Konkrete Ergebnisse wurden vorerst nicht bekannt.

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Der Sender CNN  meldet unter Berufung auf US-Regierungskreise, dass Trump derzeit Militärschläge ins Auge fasse. Besonders im Pentagon werde demnach ein aggressiveres Auftreten gefordert, nachdem wochenlange diplomatische Lösungsversuche gescheitert seien, hieß es.

Das iranische Atomprogramm ist seit Jahren umstritten. Die USA, Israel und der Westen werfen der Führung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Iran bestreitet dies. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das in Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung für den Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte.

svs/Reuters