SpOn 11.03.2026
10:21 Uhr

Iran: Wo ist Mojtaba Khamenei?


Mojtaba Khamenei folgt als neuer Oberster Führer in Iran auf seinen getöteten Vater. Doch es bleibt still um ihn. Auch innerhalb der Regierung soll »große Verwirrung« herrschen.

Iran: Wo ist Mojtaba Khamenei?

Drei Tage nach der Ernennung eines neuen iranischen Staatsoberhauptes gibt es noch immer keine Wortmeldung von Mojtaba Khamenei, dem neuen Obersten Führer der Islamischen Republik. Regierungsanhänger und Beobachter warten mitten im Krieg gespannt auf die erste Rede von Khamenei junior und darauf, welchen politischen Kurs er einschlagen wird, nachdem sein Vater am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in Teheran getötet worden war.

In den verschiedenen Machtzentren in Teheran herrscht angespanntes Warten. Es seien keine Pläne bekannt, wann und ob sich der 56 Jahre alte Mojtaba Khamenei äußern werde, hieß es aus Parlamentskreisen. Mehrere Abgeordnete tappen demnach selbst im Dunkeln.

Ein Plakat in Teheran zeigt die ehemaligen Obersten Führer Ruhollah Khomeini und Ali Khamenei – und dessen Sohn, den neuen Obersten Führer Irans, Mojtaba Khamenei

Ein Plakat in Teheran zeigt die ehemaligen Obersten Führer Ruhollah Khomeini und Ali Khamenei – und dessen Sohn, den neuen Obersten Führer Irans, Mojtaba Khamenei

Foto: Abedin Taherkenareh / EPA

Mojtaba Khamenei überlebte die Bombardierungen im Herzen der Millionenmetropole vor elf Tagen, verlor dabei aber seinen Vater, seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Nach Informationen der »New York Times«  wurde der neue iranische Religionsführer verwundet. Er soll Verletzungen an seinen Beinen erlitten haben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf drei iranische Funktionäre. Überprüfen lässt sich der Bericht aktuell nicht.

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Auch die Regierung, darunter Präsident Masoud Pezeshkian, soll Medienberichten zufolge aktuell keinen Kontakt zum neuen Staatsoberhaupt haben. »Die Minister der Regierung haben keine Nachrichten von ihm, und soweit ich weiß, hatte Herr Pezeshkian selbst keinen Kontakt«, sagte eine hochrangige Quelle in der Regierung dem gut informierten Exilportal »Iranwire «. Im Kabinett herrsche große Verwirrung. Die mächtigen Revolutionswächter, Irans Elitestreitmacht, arbeiten dem Bericht zufolge jedoch »mit großer Koordination«.

Lesen Sie auch: Mit der Wahl Mojtaba Khameneis zum religiösen Führer haben die Revolutionswächter in Iran faktisch die Macht übernommen. Sie haben kein Interesse an Verhandlungen mit Donald Trump .

naw/dpa