»Dieses Signal an die Arbeitgeber, dass wir es ernst meinen mit unserer Tarifforderung, ist offenbar dringend nötig«, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Sylvi Krisch. Die Gewerkschaft warte auf einen dritten Verhandlungstermin.
Die Gewerkschaft hatte in der vergangenen Woche ein Arbeitgeberangebot für die Beschäftigten in den deutschen Seehäfen abgelehnt. Die Gewerkschaft stützt sich auf eine Befragung unter den Beschäftigten. Mehr als 6100 Arbeitnehmer hätten sich daran beteiligt und die Mehrheit halte das Angebot des Arbeitgeberverbands nicht für ausreichend, hieß es.
Die erste Verhandlungsrunde hatte im Juli in Bremen begonnen. Ver.di fordert für die rund 11.000 Beschäftigten in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Emden, Brake und Wilhelmshaven 8,2 Prozent höhere Stundenlöhne als bislang – bei einer Laufzeit von einem Jahr. Schon in den vergangenen Jahren hatte es wiederholt Warnstreiks in den deutschen Seehäfen gegeben.
ZDS kritisiert Gewerkschaft
Die Arbeitgeber, die vom Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Hamburg vertreten werden, hatten in der ersten Runde ein Angebot vorgelegt und dieses in der zweiten erhöht. Der ZDS bietet unter anderem einen Anstieg der Stundenlöhne um 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten. Ver.di teilte mit, eine Laufzeit von 19 Monaten sei vielen Beschäftigten zu lang.
Der ZDS kritisierte die Entscheidung der Gewerkschaft, das Angebot abzulehnen. »Die Ablehnung dieses Angebots verkennt aus Sicht des ZDS die gegenwärtige wirtschaftliche Realität.« Eine Reaktion auf die Streikankündigung gab es zunächst nicht.
