SpOn 06.10.2026
14:56 Uhr

Günstig Kochen: Cremige Zaddy-Bohnen für attraktive Männer mittleren Alters (und alle anderen)


Wir nehmen uns ein Vorbild an einem der elegantesten Männer Hollywoods, um dann alles über den Haufen zu werfen und den Zorn Italiens auf uns zu ziehen – für ein langes Leben und den schmalen Geldbeutel.

Günstig Kochen: Cremige Zaddy-Bohnen für attraktive Männer mittleren Alters (und alle anderen)

Altern ist so eine Sache: Einerseits bin ich intellektuell absolut dazu in der Lage, das Schöne an meinem wachsenden Erfahrungsschatz zu sehen, an ergrauten Schläfen oder neuen Fältchen als »Zeichen eines Lebens voller Lachen«. Andererseits wäre es cool, morgens nach dem Aufwachen keine Rückenschmerzen zu haben. Dass ich mit diesem Gedanken nicht allein bin, sehe ich am Boom von Longevity-Literatur, auch hier bei uns .

Vielleicht liegt es auch an guten Vorbildern, dass »altern« heute nicht einfach als sinnloser Kampf gegen Windmühlen begriffen wird, sondern als ein Prozess, auf den man recht viel Einfluss nehmen kann. Nehmen wir mal den Schauspieler Stanley Tucci (»Der Teufel trägt Prada«), der ist 65 Jahre alt. Fünfundsechzig! Trotzdem schwärmen junge und alte Menschen für ihn. Sogar auf TikTok folgen ihm 2,3 Millionen Accounts, auf Instagram sogar 6,7 Millionen.

Sieht er gut aus? Ja. Aber das allein ist es nicht. Sondern auch noch Dinge wie Stil, Charme, Humor. Und: Der italienisch-amerikanische Schauspieler kann sogar ziemlich gut kochen. Als Mitbesitzer eines Restaurants, Autor mehrerer Kochbücher und Moderator von Kochshows ist das hilfreich. Ich würde so weit gehen und sagen: All das zusammen macht Stanley Tucci zu einem »Zaddy« – einem überdurchschnittlich attraktiven älteren Mann.

»Kochen ohne Kohle«

Bafög oder Azubigehalt sind schon wieder fast aufgebraucht? Der Obstkorb beim unbezahlten Agenturpraktikum war geräubert? Und bitte nicht schon wieder Pizzatoast? Alles kein Problem: In dieser Kolumne zeigt SPIEGEL-Redakteur und Hobbykoch Sebastian Maas, wie man trotz Flaute auf dem Konto leckere und besondere Gerichte zaubern kann. Dabei gibt es nur zwei Regeln:

  • Eine Portion darf maximal so viel kosten wie ein Essen in der Mensa, also drei Euro.

  • Teure Spezialgeräte sind tabu.

Womit wir bei der Kernfrage wären: Wie werde ich selbst so einer? Bis 65 habe ich noch 25 Jahre vor mir, gleichzeitig tut mir heute schon alles weh, wenn ich mich beim Ausziehen meiner Hose falsch bücke.

Ein Weg, um ein wenig länger fit zu bleiben, soll ja gutes Essen sein. Vollwertige Speisepläne mit viel Gemüse, genug Ballaststoffen, hochwertigen Ölen. Man hat das alles schon gehört, man weiß das. Dann setzt plötzlich der Hunger ein – und alle guten Vorsätze sind passé.

Mehr zum Thema

Ich habe im vergangenen Jahr selbst eine kleine Fitnessreise gemacht und dabei vor allem gelernt, wie grandios Bohnen in solchen Situationen sind. Also die vorgekochten aus der Dose. Denn die kann man in vielen bekannten Gerichten anstelle von Pasta einsetzen und damit gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Kalorien werden drastisch reduziert, die Ballaststoffe und Proteine gehen steil nach oben und länger satt ist man nach dem Essen auch.

Dass das super schmeckt, zeige ich Ihnen heute an einer abgewandelten Variante von Spaghetti alla Nerano – passenderweise eines der Lieblingsgerichte von Stanley Tucci.

Im Original dieser sündigen Pasta  aus der Amalfi-Region werden Zucchini-Scheiben in viel gutem Olivenöl gebraten und dann mit Knoblauch, Basilikum und Provolone del Monaco zu einer rahmigen Pastasoße vereint. Wie so häufig bei Kochen ohne Kohle ist der teure Spezialkäse heute aus Preisgründen raus, wir ersetzen ihn einfach durch einen großen Schluck Kochcreme (diese kalorienarme Variante von Sahne). Wer beim Original bleiben will, kann das natürlich gern tun. Da ich die Spaghetti durch Bohnen aus der Dose ersetze, habe ich mir aber ohnehin schon die Flüche aller Nonnas auf mich gezogen und kann mir das erlauben.

Rezept Zaddy Beans alla Nerano

30 Min 2

Zubereitung

So einfach macht man Zaddy-Beans alla Nerano
1.
Die Zucchini waschen und in dünne Scheiben schneiden. Salzen und im Olivenöl etwa 15 Minuten goldbraun anbraten. In einem Sieb lagern und abtropfendes Öl auffangen. 2.
Den Knoblauch fein hacken oder hobeln und in der noch heißen Pfanne anbraten. Mit der Kochcreme ablöschen. Die Bohnen abspülen, dazugeben und kurz köcheln lassen, dann die Hitze reduzieren. 3.
Ein paar Blätter Basilikum und die Zucchini in die Soße geben. Mit Salz und etwas Säure abschmecken, am besten Zitronensaft. 4.
Für die Optik (und den Geschmack) kann man beim Anrichten etwas von dem grün gewordenen Olivenöl auf die Bohnen träufeln. Es macht sich aber auch morgen oder übermorgen gut im Salatdressing.

Ein weiterer wichtiger Teil von Longevity ist ja nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige und insbesondere das Gedächtnis. Lange nachdem ich mit dem Kochen (und Schreiben) dieses Artikels fertig war, ist mir aufgefallen, dass ich Ihnen im Mai gerade erst ein seeehr ähnliches Rezept präsentiert habe. Nur ohne Zaddys. Als Nächstes koche ich wohl etwas, um die grauen Zellen anzuregen.

Suchen Sie mehr Rezepte, die wenig Geld kosten? Dann folgen Sie mir gern auf Instagram  oder checken Sie hier die Übersicht aller Rezepte von »Kochen ohne Kohle«. Haben Sie Anmerkungen, Lob, Kritik oder Fragen? Dann schreiben Sie mir gern auf diese E-Mail-Adresse .