Ein Frontex-Patrouillenboot ist vor der griechischen Insel Kastellorizo gekentert. An Bord befand sich auch Estlands Botschafterin in Griechenland, Karin Rannu. Wie der griechische Rundfunk ERTNews unter Berufung auf die Küstenwache berichtete, wurden dabei vier der fünf Passagiere verletzt, darunter auch die Botschafterin.
Die Verletzten wurden mit einem Hubschrauber zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus auf der Insel Rhodos gebracht. Keiner von ihnen schwebe in Lebensgefahr und die genauen Umstände des Vorfalls würden untersucht, berichtete der griechische Rundfunk weiter.
Zwei Passagiere in kritischem Zustand
Die Diplomatin habe sich zu einem Besuch auf der Insel und bei der dort eingesetzten Besatzung eines estnischen Patrouillenbootes aufgehalten. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf diplomatische Kreise. Frontex unterstützt Griechenland in der Ägäis unter anderem bei der Überwachung der EU-Außengrenzen und bei Maßnahmen zur Kontrolle irregulärer Migration.
Der Generaldirektor der estnischen Polizei- und Grenzschutzbehörde bezeichnete den Unfall laut dem estnischen Nachrichtenportal ERR News als schwerwiegend und erklärte, die Umstände würden derzeit geklärt: »Wir wissen, dass das Boot gekentert ist und die Personen sich selbst retten konnten. Ein Mitglied der Bootscrew bat telefonisch um Hilfe, woraufhin die Küstenwache der Insel reagierte. Vier Personen wurden per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Unsere Grenzschutzbeamten erhalten derzeit medizinische Versorgung, und bei zwei von ihnen wurde der Zustand als ernst eingestuft. Wir wünschen allen eine schnelle Genesung«.
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Estlands Außenminister Margus Tsahkna dankte auf der Plattform X den Ersthelfern und der griechischen Küstenwache für die schnelle und professionelle Rettung. Die estnischen Behörden kündigten an, weiterhin eng mit den griechischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die genauen Umstände des Unfalls zu untersuchen.

