SpOn 09.07.2026
03:35 Uhr

Graham Platner: US-Senatskandidat aus Maine gibt nach Skandalen auf


Sexuelle Übergriffe, ein Nazi-ähnliches Tattoo, fragwürdige Posts: Der demokratische Senatskandidat Graham Platner aus Maine hat seine Kampagne nach einer Serie von Vorwürfen beendet. Für seine Partei kommt das zur Unzeit.

Graham Platner: US-Senatskandidat aus Maine gibt nach Skandalen auf

Der demokratische Senatskandidat Graham Platner  hat nach einer Reihe von Skandalen seine ​Kampagne im US-Bundesstaat Maine ausgesetzt. Der Rückzug des ehemaligen Marineinfanteristen dürfte die Bemühungen ‌der Demokraten erschweren, bei den Wahlen im November die Kontrolle über den Senat zu erlangen.

Die Republikaner halten dort derzeit eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen. Das Rennen in Maine galt ​als eine der besten Chancen für die Demokraten, einen Sitz zu ⁠gewinnen. Der 41-Jährige hatte sich im Juni bei der Vorwahl für die Kongresswahlen im November als Herausforderer der amtierenden republikanischen Senatorin Susan Collins durchgesetzt.

Bislang galt er als große Hoffnung der Partei. Der ehemalige Elitesoldat, der heute Austern züchtet, wurde von bekannten Linken im Partei-Spektrum unterstützt – darunter Bernie Sanders, der langjährige Senator und frühere Präsidentschaftskandidat.

Nach Skandalen zum Rückzug aufgefordert

Zuletzt ⁠hatten Medien über schwere Vorwürfe gegen Platner berichtet. Das Magazin »Politico« und der Sender CNN meldeten, eine Frau werfe ihm vor, sie ‌vor fast fünf Jahren vergewaltigt zu haben. ​

Die »Washington Post« ‌berichtete zudem, eine frühere Freundin habe ausgesagt, Platner habe beim Sex wiederholt ohne ihre Zustimmung Kondome entfernt. Platner wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einem Video auf der Plattform X  bezeichnete er diese als »beunruhigend, schwerwiegend und falsch«.

Führende Demokraten hatten ihn ‌jedoch zum Rückzug aufgefordert und mit dem Entzug von Wahlkampfgeldern gedroht.

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Platner war bereits zuvor wegen anstößiger Internetbeiträge und einer ‌Tätowierung, die einem Nazisymbol ​ähnelte, in die Kritik ‌geraten. Er hatte in der Vergangenheit Fehlverhalten eingeräumt ‌und ​um Vergebung gebeten. Dies begründete er mit Alkoholmissbrauch und psychischen Problemen nach seinen Militäreinsätzen ​im Irak und ⁠in Afghanistan.

jon/Reuters