SpOn 09.10.2026
15:31 Uhr

Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay scherzt über Preisteilung mit Donald Trump


Navi Pillay freut sich über die Auszeichnung, aber als ihr Publikum einfach nicht aufhören will zu applaudieren, sagt sie: »Wenn ihr noch länger klatscht, teile ich den Preis mit Trump.« Es wurde schnell ruhig.

Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay scherzt über Preisteilung mit Donald Trump

Der selbst ernannte Friedensstifter Donald Trump, 80, ist bei der Vergabe des Friedensnobelpreises wenig überraschend erneut leer ausgegangen. Dennoch könnte er bald vielleicht seine zweite Friedensnobelpreis-Medaille bekommen. »Wenn ihr noch ein bisschen mehr klatscht, teile ich diesen Preis vielleicht mit Trump«, sagte die diesjährige Friedensnobelpreisträgerin Navi Pillay, 85, als sie mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Pillay hält sich derzeit in Nürnberg auf. Die Chefin der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, Agnès Callamard, filmte den Moment und veröffentlichte ein Video davon im Onlinedienst X.

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In ihrer Dankesrede wurde die Friedensnobelpreisträgerin dann aber wesentlich ernster. Die ehemalige Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) widmete ihre Auszeichnung den Überlebenden internationaler Verbrechen und den Verteidigern des Völkerrechts. Deren Mitgefühl und Mut sorgten dafür, dass Straflosigkeit nicht hingenommen werde. »Wir leben in einer Zeit, in der internationales Recht und Menschenrechte unter erheblichem politischen Angriff stehen«, sagte die südafrikanische Juristin beim Nuremberg Forum 2026, einer internationalen Fachkonferenz zum Völkerstrafrecht in Nürnberg.

Die zunehmenden politischen Angriffe auf das Völkerrecht würden die Gefahr bergen, die Welt in ein System zurückzuversetzen, in dem »Macht statt Recht darüber entscheidet, wessen Leid zählt«. »Diese Auszeichnung bestärkt mich in meiner Überzeugung, dass wir gemeinsam für die Rechtsstaatlichkeit, für unabhängige Gerichte und für eine auf Prinzipien basierende internationale Rechtsordnung eintreten müssen«, sagte Pillay in einer Stellungnahme, die eventuell auch in Teilen an die USA gerichtet war.

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Im vergangenen Jahr war der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado gegangen. Trump, der den Friedensnobelpreis seiner Meinung nach schon mehrfach verdient hätte, blieb enttäuscht zurück. Er musste sich mit der Friedensnobelpreis-Medaille begnügen, die ihm Machado Anfang Januar 2026 als Zeichen ihrer Anerkennung überreichte.

svs/AFP