SpOn 10.10.2026
08:15 Uhr

Friedensnobelpreis: Donald Trump attackiert Komitee und Norwegen


Würde es nach Donald Trump gehen, dann wäre er längst mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Auf die jüngste Entscheidung des Nobelpreiskomitees reagierte der US-Präsident jetzt mit wüsten Beschimpfungen.

Friedensnobelpreis: Donald Trump attackiert Komitee und Norwegen

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut darüber beschwert, dass er den Friedensnobelpreis nicht erhalten hat. ​Er bezeichnete die Entscheidung des Nobelpreiskomitees am Freitag als schändlich und peinlich. »Dies ist ein unauslöschlicher Schandfleck für ‌das Land Norwegen und für jene Leute, die eine solch schändliche und peinliche Entscheidung getroffen haben«, sagte Trump in einer Wahlkampfrede im Bundesstaat New York.

Er habe geholfen, Kriege zwischen Nord- und Südkorea, Japan und Nordkorea sowie China und Taiwan zu ​verhindern, sagte er, ohne dafür Belege zu nennen. »Der Friedensnobelpreis wurde von einer Handvoll ⁠radikaler Ideologen, ⁠die antidemokratisch und wirkliche Feinde der Zivilisation sind, für immer diskreditiert.« An Norwegen gerichtet sagte der US-Präsident: »Dass sie den Friedensnobelpreis nicht den Vereinigten Staaten von Amerika verliehen haben, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, wie Norwegen und all diese anderen unser Land ausnehmen.«

Trump äußerte sich wenige Stunden nachdem ‌das Komitee den diesjährigen Preis an die südafrikanische ​Juristin und Menschenrechtsaktivistin Navanethem »Navi« ‌Pillay verliehen hatte. Die 85-Jährige werde für ihren Einsatz für Frieden und Völkerrecht geehrt, teilte das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit.

Der US-Präsident nennt Navi Pillay eine »mysteriöse Person«

Pillay war in ihrer Laufbahn unter anderem Richterin am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) und Uno-Menschenrechtskommissarin. Pillay leitete auch die Uno-Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten, die im vergangenen Jahr zu dem Schluss kam, dass Israel im Gazastreifen einen Völkermord begangen habe. Israel hatte den Bericht als »skandalös« ‌zurückgewiesen.

In seiner Wahlkampfrede in Syracuse im Bundesstaat New York bezeichnete Trump Pillay als »mysteriöse Person«. »Ich habe noch nie von dieser Person gehört«, sagte er. Niemand habe das.

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Trump hat bisher in jedem Jahr seiner Präsidentschaft seine Enttäuschung darüber geäußert, den Preis nicht gewonnen zu haben. 2025 erhielt die Oppositionspolitikerin María Corina Machado aus Venezuela den Preis und gab die Medaille später ihrem Unterstützer Trump – um dann mitzuerleben, wie er sie fallen ließ: Die USA stürzten im Januar zwar gewaltsam Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, arrangierten sich jedoch mit dem verbliebenen Regime unter Maduros Stellvertreterin Delcy Rodríguez.

Im Februar griffen die USA unter Trumps Führung und israelischer Beteiligung Iran an und lösten damit den Krieg aus, der das Jahr 2026 bisher prägte.

ahh/Reuters