SpOn 11.03.2026
13:03 Uhr

Frankfurt: Bundesbank sucht neue Zentrale


Erst wurden die Umbaupläne zusammengestrichen, jetzt gibt die Bundesbank ihre alte Zentrale in Frankfurt am Main ganz auf. Einen Interessenten an Teilen des alten Standorts gibt es offenbar schon.

Frankfurt: Bundesbank sucht neue Zentrale

Es ist eine Kehrtwende nach mehr als zehn Jahren: Die Bundesbank wird nach der Sanierung ihrer Zentrale nicht wieder in das markante Betongebäude im Norden Frankfurts einziehen. »Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung hat klar ergeben, dass der Kauf einer Immobilie deutlich kostengünstiger ist als eine Unterbringung der Bundesbankzentrale am bisherigen Standort in der Wilhelm-Epstein-Straße«, teilte Bundesbankpräsident Joachim Nagel mit.

Daher suche die Bundesbank nun nach einer geeigneten Immobilie in Frankfurt am Main. Zugleich habe die Stadt Frankfurt signalisiert, dass sie Teile des bisherigen Bundesbankstandorts erwerben möchte. »Dies wäre aufgrund der besonderen Gegebenheiten der Liegenschaft rechtlich zulässig«, erklärte die Bundesbank.

Investitionen in Milliardenhöhe

Auch eine abgespeckte Version des alten Standorts hätte sich der Bundesbank zufolge nicht gerechnet: »Die gesamten Investitionskosten am Standort Wilhelm-Epstein-Straße hätten rund 1,6 Milliarden Euro betragen. Darin wären nicht nur die Sanierung des ehemaligen Hauptgebäudes, sondern alle nötigen Anpassungen der Liegenschaft für die Unterbringung der Zentrale enthalten gewesen.«

Auf dem Gelände der bisherigen Zentrale lagern Hunderte Tonnen Gold, sie bilden mehr als die Hälfte der von der Notenbank für den deutschen Staat verwalteten Goldreserven.

Das »Projekt Campus« zur Umgestaltung des Bundesbankareals begann vor fast zehn Jahren. Vorgesehen waren mehrere Neubauten: Kindertagesstätte, Sportzentrum, Gastronomiepavillon.

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Nach Nagels Amtsantritt Anfang 2022 wurden die Pläne zusammengestrichen – auch wegen der Ausweitung von Homeoffice. Im August 2025 bekräftigte die Bundesbank: »Das ursprüngliche Projekt Campus ist passé.« Statt mit 5000 Büroarbeitsplätzen plant die Bundesbank nun mit gut 3300 Arbeitsplätzen für die Beschäftigten ihrer Zentrale.

Lesen Sie auch: Die Bundesbank hat zum zweiten Mal seit 1979 Miese gemacht. Immerhin hat sie den Fehlbetrag im Vergleich zum Vorjahr auf rund 8,6 Milliarden Euro etwa halbieren können. Für die nächsten Jahre sind rote Zahlen wahrscheinlich.

naw/dpa