SpOn 03.10.2026
07:21 Uhr

Flydubai-Copilot galt bei Oman Air offenbar als Sicherheitsrisiko


Der Mann, der einen Flydubai-Flug wohl zum Absturz bringen wollte, wurde offenbar schon bei einem früheren Arbeitgeber auffällig – und suspendiert. Die Ermittler gaben zudem nun bekannt: Die Attacke geschah mit einer Axt.

Flydubai-Copilot galt bei Oman Air offenbar als Sicherheitsrisiko

Der Flydubai-Co-Pilot, der den Piloten des Flugs nach Tel Aviv mit 182 Personen an Bord verletzt haben soll, war US-Medien zufolge wegen Sicherheitsbedenken zuvor aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft in Oman entlassen worden. So berichtet ABC News unter Verweis auf ranghohe Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, dass Oman Air den Mann suspendiert habe, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sei.

Nach Informationen des US-Senders war bei dem mutmaßlichen Angreifer aus Oman extremistisches Material festgestellt worden, als er 2024 als Co-Pilot-Auszubildender bei der Fluggesellschaft beschäftigt war. Er durfte demnach aber weiterhin in einer Verwaltungsfunktion dort arbeiten. Dem US-Sender CNN liegen ähnliche Informationen vor.

Das »Wall Street Journal« und die Nachrichtenagentur AP schreiben unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass der Mann von Oman schon zu einem früheren Zeitpunkt mit einem Flugverbot belegt worden sei. Grund dafür sei die Befürchtung gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten habe. Es war demnach unklar, inwieweit er bei seiner Einstellung in den Emiraten überprüft wurde. Dem Sender ABC News zufolge versuchen Ermittler aktuell, dies herauszufinden.

Die Ermittler in den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlichten unterdessen weitere Details zu der Attacke: Demnach griff der Co-Pilot den Piloten mit der Notfallaxt im Cockpit an. In der Erklärung, aus der die Nachrichtenagenturen AP und Reuters zitieren, ist auch dezidiert die Rede von einem »terroristischen Angriff«. Die israelische Regierung ging bereits zuvor von einem dschihadistischen Terroranschlag aus.

Co-Pilot mittlerweile in die Emirate gebracht

Der festgenommene Co-Pilot soll früheren Angaben zufolge mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, dass er die Absicht gehabt habe, das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen, zitiert CNN Quellen, die über die Ermittlungen informiert sind.

Der Flug der emiratischen Gesellschaft war am Mittwoch von Dubai nach Tel Aviv unterwegs, als es zu einem mutmaßlichen Angriff des Co-Piloten auf seinen Kollegen kam. Dieser schaffte es nach eigenen Angaben trotz schwerer Verletzungen, die Cockpit-Tür zu öffnen. Mehrere Passagiere drangen ins Cockpit ein und konnten den Angreifer überwältigen.

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Der US-Sender CNN berichtet über ein LinkedIn-Profil, das unter dem Namen des mutmaßlichen Angreifers existiert haben soll und inzwischen gelöscht sei. Auf diesem sollen Stunden nach der Gewalttat zwei Posts abgesetzt worden sein. Wer diese veröffentlicht hat und ob sie im Voraus geplant gewesen waren, ist demnach unklar. In einem der Posts war laut CNN ein Video enthalten, das unter anderem mit einem Foto des früheren Al-Qaida-Chefs Ayman al-Zawahiri endet.

»Ich schaute meinen Vater an. Er hatte Angst. Sein Gesicht sah aus wie das eines Menschen, der weiß, dass er sterben wird«: Eyal Datz war einer der mehr als 170 Menschen an Bord der Flydubai-Maschine. Hier erzählt er von dem Drama in der Luft.

sol/dpa/AP