Der Passagier Yaniv Hayun hat offenbar in einer Fernsehsendung über Flugzeugabstürze gelernt, was im Notfall zu tun ist. Das berichtet der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, der Hayun am Flughafen Tel Aviv traf. Hayun habe ihm erzählt, wie er den Piloten überwältigt und danach im Cockpit kurzzeitig die Steuerung übernommen habe. Als sich die Maschine im Sinkflug befand, soll er eingegriffen haben, bevor ein weiterer Pilot das Steuer übernahm. Woher er gewusst habe, was er tun sollte? Die TV-Sendung »Mayday – Alarm im Cockpit«, sagte Hayun laut Netanyahu.
Am Mittwoch kam es auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv im Cockpit zu einem Kampf. Die Maschine drohte abzustürzen, mehr als 170 Menschen schwebten in Gefahr. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden. Behördenangaben gibt es bislang nicht dazu, inwiefern Hayun das Flugzeugzeug zuvor stabilisieren konnte. Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate leiteten Ermittlungen ein.
Premier Netanyahu erzählte sein Gespräch mit Hayun in einem Interview beim US-Sender CBS nach. »Ich habe ihn gefragt, was machst du beruflich? Und er sagte mir: Na ja, weißt du, ich repariere verstopfte Abflüsse«, sagte Netanyahu.
Auch US-Präsident Donald Trump zeigte sich beeindruckt. Netanyahu habe ihm davon erzählt, sagte er bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. »Wenn du den ganzen Tag Rohre hebst, bist du stark«, sagte Trump. Er wisse aber nicht, ob die Geschichte stimme.
-
1 Min
-
4 Min
-
Gewalttat in Flydubai-Maschine: Netanyahu und Modi würdigen angegriffenen Piloten als »Helden«4 Min
4 Min
Die Serie »Mayday – Alarm im Cockpit« wird bereits seit 2003 international ausgestrahlt. Nach Angaben der Produktionsfirma werden in den Folgen bekannte Flugkatastrophen untersucht, unter anderem über Stimmaufnahmen, Augenzeugenberichte und Experteninterviews. Die Unfälle werden zudem, ähnlich wie etwa in »»Aktenzeichen XY … ungelöst«, mithilfe von Schauspielern und Computeranimationen nachgestellt.
»Ich schaute meinen Vater an. Er hatte Angst. Sein Gesicht sah aus wie das eines Menschen, der weiß, dass er sterben wird«: Eyal Datz war einer der mehr als 170 Menschen an Bord der Flydubai-Maschine. Hier erzählt er von dem Drama in der Luft .
