SpOn 05.10.2026
14:06 Uhr

Flugpreise: Tickets ab Deutschland seit 2010 im Schnitt verdoppelt


Fliegen in und ab Deutschland ist in den vergangenen Jahren massiv teurer geworden. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft spricht von einem Standortproblem.

Flugpreise: Tickets ab Deutschland seit 2010 im Schnitt verdoppelt

Die Luftfahrtbranche warnt vor den Auswirkungen höherer Kosten im deutschen Flugverkehr. Fliegen in und ab Deutschland hat sich demnach in den vergangenen Jahren massiv verteuert. Der durchschnittliche Ticketpreis habe sich zwischen 2010 und 2024 von knapp unter 150 Euro auf rund 300 Euro etwa verdoppelt, erklärten der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem ersten gemeinsamen Bericht zur Lage der Branche.

Gründe seien neben stark gestiegenen staatlichen Abgaben wie Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsabgaben und Flugsicherungsgebühren auch höhere Personal- und Betriebskosten. Die Ticketpreise in Europa hätten im Schnitt von fast 250 Euro auf knapp 340 Euro zugelegt.

»Der Report zeigt eine schleichende Abkopplung Deutschlands vom internationalen Luftverkehr«, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. »Verbindungen fallen weg, Passagiere und Fracht weichen auf Drehkreuze außerhalb Europas aus.« Für eine Exportnation sei das ein ernstes Standortproblem.

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Drehkreuze verlagern sich in Länder außerhalb der EU

Im interkontinentalen Luftverkehr zeigen sich dem Bericht zufolge seit 2010 deutliche Verschiebungen bei den Umsteigemustern und Drehkreuzen. Passagierströme im Langstreckenverkehr verlagerten sich demnach zunehmend auf Drehkreuze außerhalb der Europäischen Union, insbesondere in der Türkei und der Golfregion.

Der Anteil der Verbindungen zwischen Deutschland und Fernost sowie Südostasien, die über Nicht-EU-Drehkreuze führten, stieg dem Bericht zufolge von 34 auf 54 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil der Umsteigeverbindungen über deutsche Drehkreuze von 56 auf 36 Prozent. Ähnliche Entwicklungen zeigten sich im Luftverkehr nach Afrika.

Die deutsche Luftfahrtlobby kritisiert seit Langem, dass staatlich subventionierte Airlines aus der Türkei und den Golfstaaten hier deutliche Vorteile hätten.

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Nach Prognosen des DLR steigt die weltweite Zahl der Flugreisenden bis 2034 auf 154 Prozent des Vor-Corona-Niveaus von 2019 – auch dank größerer und effizienterer Flugzeuge. Bei den Verbindungen zwischen Deutschland und Europa werde der Stand aus der Zeit vor der Coronapandemie noch nicht wieder erreicht.

Dem Bericht zufolge standen 2024 rund 536.900 Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit der Luftfahrt in Zusammenhang. Luftverkehrswirtschaft und Luftfahrtindustrie in Deutschland schufen eine Bruttowertschöpfung von 58,4 Milliarden Euro. Damit trug die Branche etwa 1,3 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei.

luc/mmq/Reuters