SpOn 08.09.2026
15:34 Uhr

Ebola in der Demokratischen Republik Kongo: WHO warnt vor zu wenigen Betten für Patienten


Noch nie verbreitete sich das Virus so schnell: In der Demokratischen Republik Kongo haben sich über 6600 Menschen mit Ebola angesteckt – die Zahl wächst täglich, die Dunkelziffer ist hoch.

Ebola in der Demokratischen Republik Kongo: WHO warnt vor zu wenigen Betten für Patienten

Die Zahl der Betten für Ebolapatienten in der Demokratischen Republik Kongo reicht bei Weitem nicht aus. Es seien mehr als doppelt so viele Aufnahmeplätze für Patienten nötig – und vor allem müssten sie auch außerhalb der ursprünglich betroffenen Provinz Ituri gebaut werden, berichtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Ebola ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt sowie Körperflüssigkeiten übertragen und löst ein hochansteckendes Fieber mit Durchfall und Blutungen aus.

Virus verbreitet sich so rasant wie nie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Ausbruch Mitte Mai bekannt gegeben. Zunächst war die nordostkongolesische Provinz Ituri betroffen. Mittlerweile haben sich nach Behördenangaben bereits 6686 Menschen infiziert, 3226 sind an der hochansteckenden Infektionskrankheit gestorben. Nie zuvor hat sich das Virus so schnell verbreitet.

Nach Angaben des kongolesischen Instituts für nationale Gesundheit sind aktuell 819 Patientinnen und Patienten in Behandlung oder in Isolierstationen – dabei sind die Bettenkapazitäten in den sechs betroffenen Provinzen unterschiedlich ausgelastet. Bei vielen Patienten ist nicht klar, wo sie sich angesteckt haben. Mittlerweile gibt es Fälle in sechs Provinzen des Landes.

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Zurzeit gebe es 59 Behandlungszentren mit 1400 Betten in dem nach Fläche zweitgrößten Land in Afrika, sagte der WHO-Logistikexperte Luca Fontana nach einem Einsatz in der Demokratischen Republik Kongo. Nötig seien weitere 1600 Betten. Die Zahl der Pflegekräfte müsse von 4000 auf 9000 erhöht werden. Die WHO arbeite daran.

Ehemalige Patienten werden Ebolapfleger

Die Ausbildung laufe auf Hochtouren, aber es müsse auch sichergestellt werden, dass der Gesundheitsbetrieb außerhalb der Ebolazentren weiterlaufen könne. Unter anderem seien einige der gut 1500 Patienten in der Ausbildung, die nach einer Ebolainfektion genesen sind.

Ein Behandlungszentrum mit 50 Betten zu unterhalten, koste umgerechnet über 400.000 Euro. Allein die Schutzkleidung der Pflegenden, die sie nur einmal tragen könnten, koste über 20 Euro pro Einsatz, heißt es von der WHO.

Der aktuelle Ausbruch ist auch deshalb so schwer einzudämmen, weil es für den Ebolaerreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt. Zwei antivirale Therapien und ein Impfstoff sind noch in der Testphase. Zudem misstrauen viele Menschen dem Gesundheitssystem. Dadurch kämen viele Menschen erst in die Behandlungszentren, wenn es schon fast zu spät ist, sagte Theresa Berthold von Ärzte ohne Grenzen dem SPIEGEL. (Das ganze Interview lesen Sie hier.)

koe/dpa