SpOn 19.03.2026
16:33 Uhr

ESC: Boy George will beim »Eurovision Song Contest« auftreten


Sein queerer Pop nahm vieles vorweg, was beim ESC gefeiert wird: Jetzt wurde bekannt, dass der Culture-Club-Sänger Boy George beim Wettbewerb in Wien dabei ist. Es ist eine Ankündigung mit politischer Dimension.

ESC: Boy George will beim »Eurovision Song Contest« auftreten

Boy George war einer der ersten Künstler, der eine queere Ästhetik in den britischen Mainstream-Pop brachte. Eigentlich kam der Sohn irischer Migranten in London über den Punk zur Musik, doch als er und seine Band Culture Club Anfang der Achtzigerjahre mit elegant pulsierenden Hits wie »Do You Really Want To Hurt Me« oder »Karma Chameleon« in die Charts einzogen, regierte bei ihm ein Look in Lila und Rosa, mit viel Feder- und Pailletten-Schmuckwerk.

George war immer ein Meister der Flamboyanz und der Verkleidungskunst, des ungedrosselten Kitsches und der barocken Unterhaltung. Umso erstaunlicher, dass er über 40 Jahre lang fast keinen direkten Kontakt mit dem ESC-Zirkus hatte.

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Das änderte sich, als er im vergangenen Jahr die Sängerin Senhit beim »Eurovision Song Contest«-Vorentscheid in San Marino unterstützte. George, 64, war per Video zu sehen, während die Künstlerin auf der Bühne ihren Beitrag »Superstar« präsentierte. Senhit, 46, hatte den kleinen Staat mit seinen rund 34.000 Einwohnern bereits 2011 und 2021 bei dem Gesangswettbewerb vertreten. Auch bei der aktuellen nationalen Vorauswahl ging sie als Siegerin hervor.

Unterstützung für Israel

Deshalb fragten sich viele ESC-Fans, ob der Popstar auch bei der finalen Show am 16. Mai in Wien dabei ist. Inzwischen ist bekannt geworden, dass Boy George Senhit live auf der Bühne unterstützen wird. Die Sängerin eritreischer Herkunft bestätigte die anstehende Kooperation gegenüber dem Portal Eurovision Fun .

Die Information hat auch eine politische Note: Zahlreiche europäische Sender wollen den ESC boykottieren, weil Israel ebenfalls am Wettbewerb teilnimmt. Boy George hat sich vor allem in dieser Frage immer klar pro Israel positioniert. In einem offenen Brief der Organisation »Creative Community For Peace«, den er und Prominente wie Gene Simmons von Kiss oder die Schauspielerin Selma Blair unterschrieben, heißt es: »Wir glauben, dass verbindende Veranstaltungen wie Song Contests von entscheidender Bedeutung sind, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken und Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik zu vereinen.«

In diesem Jahr ist Österreich ESC-Gastgeber, weil das Land den Wettbewerb 2025 mit dem Countertenor JJ und seiner Pop-Arie »Wasted Love« gewann.

cbu