SpOn 17.03.2026
04:15 Uhr

Donald Trump darf Kennedy Center nun endgültig für Jahre schließen


Das Gremium ist mit Trump-Getreuen gespickt. Da überrascht es kaum, dass das Direktorium des Kennedy Centers nun die Umbaupläne des US-Präsidenten brav abnickt. Ein herber Schlag für den Kulturbetrieb in D.C.

Donald Trump darf Kennedy Center nun endgültig für Jahre schließen

Das Direktorium des mittlerweile umbenannten, renommierten Kennedy Centers in Washington hat eine zweijährige Schließung für Renovierungsarbeiten genehmigt. Das mit handverlesenen Vertrauten von US-Präsident Donald Trump besetzte Gremium stimmte der Maßnahme am Montag einstimmig zu. Trump hatte im Februar die Schließung des Kennedy Centers für Renovierungsarbeiten ab dem 4. Juli angekündigt.

Die Übernahme der traditionsreichen Kultureinrichtung durch den US-Präsidenten hatte für Empörung und zahlreiche Absagen von Aufführungen gesorgt.

Trump hatte das Kennedy Center nach seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres als »woke« angeprangert. Er besetzte das Direktorium neu und ließ sich selbst zum Vorsitzenden wählen. Er installierte seinen Gefolgsmann Rick Grenell als Präsidenten, den Posten ist er seit wenigen Tagen schon wieder los.

Im Dezember drückte er der angesehensten Kultureinrichtung in Washington zudem seinen Stempel auf – sie trägt seitdem seinen Namen und heißt nun »Trump Kennedy Center«.

Künstler und Zuschauer wandten sich ab

Als Reaktion auf den Schritt sagten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Auftritte in dem Kulturzentrum ab. US-Medien zufolge fiel der Kartenverkauf im Kennedy Center auf den niedrigsten Stand seit der Pandemie.

Die Einmischung des Präsidenten sorgte auch bei vielen Künstlern für Unwohlsein. So erklärte der bekannte Komponist Philip Glass Ende Januar, dass er die Uraufführung seines Werks »Lincoln« über Abraham Lincoln im Kennedy Center abgesagt habe (mehr Informationen dazu hier). Unter der aktuellen Führung würden Werte vertreten, mit denen er sich nicht arrangieren könne.

Das 1971 eröffnete Kulturzentrum war nach dem 1963 ermordeten Demokraten John F. Kennedy benannt worden, der mit seiner Frau zu Lebzeiten Geld für den Bau gesammelt hatte. Es galt bis vor Kurzem als über den Parteien stehende Einrichtung und hatte zwei Millionen Besucher jährlich.

jok/AFP