SpOn 13.10.2026
07:35 Uhr

Digitalminister Karsten Wildberger will KI-Umsätze in Deutschland besteuern


Firmen verdienen mit künstlicher Intelligenz Milliarden. Bundesminister Karsten Wildberger fordert eine Abgabe auf die Wertschöpfung und hat auch eine Idee, wofür er das Geld ausgeben würde.

Digitalminister Karsten Wildberger will KI-Umsätze in Deutschland besteuern

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die Umsätze mit künstlicher Intelligenz in Deutschland zu besteuern. Mit dem Geld sollte aus seiner Sicht der Wandel des Arbeitsmarkts bezahlt werden. »Den extrem hohen Umsatz mit dieser Technologie müssen wir besteuern, und mit dem Geld können wir den Umbau finanzieren, das ist auch mein Ansatz«, sagte Wildberger dem Tagesspiegel. »Wenn hierzulande Wachstum und Wertschöpfung entstehen, müssen hierzulande auch Steuern gezahlt werden.«

Microsoft-Gründer Bill Gates fordert schon länger, Roboter zu besteuern, die menschliche Arbeit ersetzen. Gates befürchtet, dass künstliche Intelligenz zu massiven Jobverlusten führen könnte.

Auch Wildberger rechnet damit, dass KI die Arbeitswelt grundlegend verändern wird. Langfristig entstehe zwar mehr Beschäftigung, aber in anderen Jobs als heute. Umschulungen und neue Tätigkeiten, etwa im Handwerk oder in der Pflege, müssten finanziert werden, so der Minister. Dafür brauche es Wachstum und Offenheit für andere Instrumente.

Firmen bauen Arbeitsplätze ab wegen KI

In den vergangenen Monaten haben ​weltweit zahlreiche Firmen den Abbau von ‌Stellen wegen des verstärkten Einsatzes von KI angekündigt. So will die ‌britische Großbank ​Standard Chartered etwa 7000 Jobs streichen. Auch der Facebook-Mutterkonzern Meta und der Onlinehändler Amazon bauen in großem Stil Personal ​ab. Dies schürt vor allem unter Berufseinsteigern ⁠Zukunftsängste.

Mehr zum Thema

Einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge ist künstliche Intelligenz für eine wachsende Zahl von Unternehmen eine Alternative zu formaler Qualifikation und Berufserfahrung. Knapp 20 Prozent der KI einsetzenden ​Firmen halten es für leicht oder sehr leicht, Hochschulabsolventen durch weniger qualifizierte Mitarbeiter, die dafür mit KI umgehen können, zu ersetzen. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen teilt diese Einschätzung jedoch aktuell nicht.

Die einen kommen nicht in den Job rein, die anderen sollen raus. Und wer bleibt, muss zurückstecken: Verträge werden befristet, Boni und Homeoffice gestrichen. Selbst wer viel leistet, kann sich nicht mehr sicher fühlen. Lesen Sie hier  die SPIEGEL-Titelstory aus dem Sommer über die neue Härte am Arbeitsmarkt.

kko/dpa