SpOn 04.10.2026
21:19 Uhr

Cornell University: Anwalt berichtet von Drohungen gegen »Jane Doe«


Eine ehemalige Studentin der US-Eliteuni Cornell wirft sieben Kommilitonen vor, sie in einem Verbindungshaus vergewaltigt zu haben. Nun wird sie offenbar unter Druck gesetzt, die Klage fallen zu lassen.

Cornell University: Anwalt berichtet von Drohungen gegen »Jane Doe«

Sie soll im Oktober 2024 unter Drogen gesetzt und anschließend über Stunden von mehreren Studenten der Eliteuni Cornell im US-Bundesstaat New York vergewaltigt worden sein. Nun wird die Frau, die diese Vorwürfe erhebt, nach Angaben ihres Anwalts zum Ziel von Drohungen.

Thomas Giuffra, der die nur unter dem Pseudonym »Jane Doe« bekannte Frau vertritt, sagte im Sender CNN, ihr sei gedroht worden, sie zum Schweigen zu bringen oder ihr Schaden zuzufügen, sollte sie ihre Zivilklage nicht zurückziehen. »Sie hat zahlreiche Drohungen erhalten«, sagte Giuffra und fügte hinzu, auch er sei bedroht worden.

»Ich habe keine Angst vor diesen Leuten«, sagte er. »Aber die Drohungen, die Beschimpfungen, um das, was vor sich geht, zu schützen, den Status quo – diese Typen sind widerlich. Sie sollten im Keller ihrer Mutter bleiben und sich aus der Welt heraushalten.«

DER SPIEGEL

Am Samstag hatte Cornell-Präsident Michael Kotlikoff in einer Videobotschaft angekündigt, dass die Universität die Rolle von Studentenverbindungen auf dem Campus untersuchen werde. Anlass waren die heftigen Proteste, die es wegen des Umgangs der Hochschule mit den Vergewaltigungsvorwürfen gegeben hatte.

»Im besten Fall können diese Organisationen den Studierenden Freundschaft, Zugehörigkeit, Mentoring und ein starkes Gemeinschaftsgefühl bieten«, sagte er und fügte hinzu: »Aber die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kann niemals die individuelle Verantwortung mindern.«

Mehr zum Thema

Zu der Massenvergewaltigung soll es im Verbindungshaus von Chi Phi auf dem Campus der Cornell-Universität in Ithaca im US-Bundesstaat New York gekommen sein. Strafrechtlich verfolgt wurde damals niemand. Nach der jüngst eingereichten Zivilklage wird der Fall nun aber erneut untersucht – und sorgt in den USA und darüber hinaus für Fassungslosigkeit (mehr Hintergründe können Sie hier nachlesen ).

Unter anderem stehen die Staatsanwälte im Tompkins County des Bundesstaats New York wegen ihrer anfänglichen Behandlung der Vorwürfe in der Kritik. New Yorks Gouverneurin ernannte in der vergangenen Woche eine Sonderermittlerin, um den Fall zu untersuchen.

US-Präsident Donald Trump, der James seit Jahren feindselig gegenübersteht, kritisierte ihre Ernennung scharf. »Ich habe Mitleid mit jedem, gegen den sie ermittelt, denn diese Person wird keine faire Behandlung erfahren«, sagte Trump am Freitag gegenüber Reportern. Auf Trumps Kommentar angesprochen, sagte »Jane Does« Anwalt Giuffra, der Fall solle nicht politisiert werden: »Das hat nichts mit Politik zu tun.«

fdi/Reuters