SpOn 08.03.2026
12:03 Uhr

Corey Parker: Siegerin Rose Mondy zockt gern Minecraft


Zur Wahl standen zwei Unternehmerinnen, die Kopftuch tragen und angefeindet werden. Eine Bundeswehroffizierin. Eine Wissenschaftlerin. Gewählt wurde: Rose Mondy, eine Gamerin, die als Kind aus Syrien nach Deutschland kam.

Corey Parker: Siegerin Rose Mondy zockt gern Minecraft

Es hätte viele Möglichkeiten gegeben, die Wahl der »Miss Germany« zu einer explizit politischen zu machen. Wenn die Bundeswehroffizierin Aileen Tina Hufschmidt gewählt worden wäre, zum Beispiel – in einer Zeit, in der das Militär wieder eine wichtigere Rolle spielt. Oder wenn mit Büsra Sayed oder Amina Ben Bouzid eine Unternehmerin gewonnen hätte, die Kopftuch trägt und dafür angefeindet wird.

Im Finale des Wettbewerbs in den Bavaria Studios in München aber gewann nach dem Publikums-Voting eine Frau, die eine ganz andere Männerdomäne erobert hat: Die 26 Jahre alte Rose Mondy ist Streamerin und zeigt sich auf der Plattform Twitch etwa beim Zocken, beim Spielen von Videogames wie »Minecraft« oder »Fortnite«. Denn wie Jurymitglied und Schauspielerin Collien Fernandes sagte: Auch Millionen Frauen zocken.

Als »Wundertüte« wurde Mondy von der Jury bezeichnet. Als Frau, die den Verantwortlichen für das Finale und die zugehörige Serie »Road to Miss Germany« auf Sixx und Joyn das eine oder andere graue Haar beschert habe. Aber irgendwann sei sie aus sich herausgekommen – und über sich hinausgewachsen.

Neue Miss Germany auch Streamerin des Jahres

2025 war Mondy, die als Kind mit ihren Eltern aus Syrien nach Deutschland kam und heute Hunderttausende Follower auf Social Media hat, bereits als Streamerin des Jahres ausgezeichnet worden. Nachdem die Coronakrise ihrem Kosmetikstudio ziemlich zugesetzt hatte, verlagerte sie ihre Arbeit ins Internet.

Heute nutzt sie ihre Streams auch dafür, offen über ihre Sprachprobleme zu sprechen und über Alltagsrassismus, den sie als Kind syrischer Eltern in Deutschland erlebt. Ihre Wahl ist also politischer, als sie auf den ersten Blick wirkt. »Ich zeige, dass man nicht perfekt sein muss, um Erfolg zu haben«, sagte Mondy nach ihrem Sieg der Nachrichtenagentur dpa.

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Laut Veranstalter hatten sich 2600 Frauen für den Titel der Miss Germany beworben. Neun Frauen schafften es ins Finale, wo sie in jeweils drei Kategorien gegeneinander antraten. Rose Mondy gewann zunächst in der Kategorie Female Mover, in der Frauen ausgezeichnet werden, die sich in Männerdomänen behaupten.

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Unter den Top drei, die sich in ihren jeweiligen Kategorien Female Founder, Female Leader und Female Mover in der Jurybewertung durchgesetzt hatten, waren neben der Mondy noch die 36-jährige Anne Bäumler aus dem hessischen Assenheim, die bei einer Drogeriekette ein Team von mehr als 800 Mitarbeitenden führt, und die 31-jährige Biologin Amelie Reigl aus Würzburg, die menschliche Haut im Labor züchtet, um Tierversuche zu reduzieren.

güh/dpa