SpOn 19.03.2026
20:07 Uhr

Christian Ulmen: Prominente zeigen Solidarität mit Collien Fernandes


Das Unternehmen Shop Apotheke setzt Werbespots aus, zahlreiche bekannte Personen, darunter Ricarda Lang und Carolin Kebekus, äußern sich zu Collien Fernandes. Viele wünschen ihr Kraft, einigen fehlen die Worte.

Christian Ulmen: Prominente zeigen Solidarität mit Collien Fernandes

»Ich hab gar keine Worte dafür, wie schlimm das ist. Danke für deinen Mut ❤️«, schreibt Grünenpolitikerin Ricarda Lang unter einem Instagram-Post von Collien Fernandes und teilt ihn in ihrer eigenen Story . Unter dem Betreff »Zur SPIEGEL-Recherche« beschreibt Fernandes darin, wie jahrelang unter ihrem Namen falsche Nacktfotos und andere pornografische Inhalte von ihr über Fake-Profile verbreitet wurden.

2023 ging sie damit an die Öffentlichkeit, 2024 drehte sie eine Dokumentation zu dem Thema, doch es ging weiter. »›Die Jagd nach den Tätern‹ nannten wir den ersten Teil, für den ich weit umher reiste«, schreibt Fernandes auf Instagram. »Doch das wäre gar nicht nötig gewesen«, denn wie sie jetzt wisse: Der mutmaßliche Täter sei »die ganze Zeit über ziemlich nah« gewesen. »Sein Name: Christian Ulmen.«

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Fernandes wirft ihrem Ex-Mann unter anderem vor, sich als sie ausgegeben, pornografisches Material verschickt zu haben, das aussah, als zeige es sie, und sich mit Männern zum Telefonsex verabredet zu haben. In Spanien, wo das Ex-Paar zuletzt gelebt hat, hat Fernandes Anzeige gegen ihn erstattet. Das Verfahren befindet sich noch in einem frühen Stadium, für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der SPIEGEL hat wochenlang zu dem Fall recherchiert. Die ganze Titelstory lesen Sie hier.

In ihrem Kommentar unter Fernandes’ Post schreibt Lang weiter: »Du zeigst damit ganz vielen Betroffenen, dass sie nicht allein mit diesen Erfahrungen sind. Das Ganze hat System. Und vor allem machst du darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, dass wir digitale Gewalt endlich ernst nehmen und die Gesetzeslücken, die Frauen schutzlos zurücklassen, schließen!«

»Die Scham muss die Seite wechseln«

Auch weitere bekannte Personen haben sich geäußert und sich solidarisch gezeigt. Mehr als 180.000 Menschen haben Fernandes’ Beitrag bisher gelikt, mehr als 12.000 haben ihn kommentiert. Viele danken Fernandes für ihren Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und wünschen ihr viel Kraft. Einige zitieren den berühmt gewordenen Satz des Missbrauchsopfers Gisèle Pelicot: »Die Scham muss die Seite wechseln.«

Das Unternehmen Shop Apotheke, in dessen TV-Werbungen das frühere Ehepaar Ulmen-Fernandes lange zu sehen war, hat indes beschlossen, vorerst keine Spots mehr auszustrahlen. Gegenüber dem Sender RTL teilte die Versandapotheke mit: »Aus gegebenem Anlass werden wir die Werbung mit den betroffenen Personen vorerst aussetzen.«

»Es tut mir unendlich leid«

Auffällig ist vor allem, wie viele prominente Frauen den Post von Fernandes kommentieren. »Das ist nicht zu fassen. Danke für deine Offenheit. Die Scham muss die Seite wechseln«, schreibt etwa die Komikerin Carolin Kebekus.

»Ich wünsche dir ganz viel Kraft, liebe @collien_ulmen  ❤️ Es tut mir unendlich leid, was dir passiert ist«, kommentiert die Drehbuchautorin und Regisseurin Anika Decker den Post.

»Die Mutigste bist Du«, schreibt die Autorin Sophie Passmann. Und die Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt postet: »So grausam, so unermesslich brutal, es ist kaum zu erfassen, was das zu bedeuten hat. Danke für den Mut und die Entschlossenheit. Ich sende Kraft und Dank zugleich«

Herzen von den »Discounter«-Erfindern

Der Schauspieler Bruno Alexander kommentiert Fernandes Beitrag mit einem »❤️«-Emoji. Oskar Belton schreibt »Ganz ganz viel Kraft für dich Collien ❤️‍🩹« Christian Ulmens Produktionsfirma hat einst die Erfolgsserie »Die Discounter« von Alexander und den Belton-Brüdern ermöglicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

»Ich denke an dich! Danke für deinen Mut ❤️«, so Model und Podcasterin Stefanie Giesinger.

»Hochachtung für den Mut, sich über Jahre hinweg zu wehren und jetzt auch noch diesen großen Schritt zu gehen und das ganze Ausmaß transparent zu machen«, schreibt der ehemalige SPD-Politiker Kevin Kühnert. »Es sind diese Taten, die beweisen, dass der Satz ›Die Scham muss die Seiten wechseln‹ nicht in irgendwelche Sprüchekalender gehört, sondern in unser Bewusstsein.«

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»Den größten Dank im Namen von so vielen von uns ❤️«, kommentiert die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer.

»Danke, dass du den Mut und die Kraft aufgebracht hast, das mit der Welt zu teilen! Ich wünsche dir nichts als Heilung, Hoffnung und Gerechtigkeit! Auch wenn es wahrscheinlich leider keine wirklich angemessene Strafe für den Täter geben kann und wird…«, schreibt die Moderatorin Visa Vie.

Auch die Podcasterin Ines Anioli bedankt sich: »Das tut mir unendlich leid. Danke dass du so mutig bist ❤️.«

»Sehr mutig und schlau, dass du es öffentlich machst! Sehr gut! Wir stehen alle hinter dir! Du hast alles richtig gemacht! 👏❤️«, kommentiert die Musikerin Juju und teilt Fernandes’ Beitrag mit den Worten: »Man erlebt und kriegt ja eh schon viel mit, von perversen und kranken Männern in der Medienbranche aber DAS ist wirklich nur noch zum Kotzen!«

Vergleich mit dem Fall Pelicot

Viele andere Personen der Öffentlichkeit teilen und kommentieren auch den SPIEGEL-Post  und bekunden damit ihre Solidarität, darunter die Grüne Bundespartei. Die Autorin Kristina Lunz schreibt dazu in ihrer Instagram-Story: »Die Geschichte ist – wieder mal – so heftig. Der deutsche Pelicot-Fall?«, und weiter: »Die Gewalt, die Christian Ulmen Collien Ulmen angetan hat, ist so fürchterlich, ich bin so erschüttert. Alle Solidarität und Liebe für dich, Collien.«

Die deutsche Autorin und Fernsehjournalistin Düzen Tekkal nennt den Fall in ihrem Instagram-Post ebenfalls einen »Pelicot-Moment«. Sie schreibt: »Wie wichtig wie mutig ist es, dass Collien Fernandes das Schweigen gebrochen hat? Und wir hören zu und stehen hinter Dir! Die Scham muss die Seiten wechseln – und sie wird es. Wir Frauen werden uns wehren.«

Auch die Autorin und Influencerin Louisa Dellert veröffentlicht einen eigenen Post zur Recherche mit dem Titel: »Nicht alle Männer, aber wenn, dann eigentlich immer Männer.«

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kim